Sam Sunderlands Weltrekordversuch endet nach Defekt an neuer Triumph Tiger 1200 im australischen Outback

Dienstag, 29. September 2026. Ein bitteres Ende für ein großes Abenteuer: Sam Sunderlands Versuch, mit einem Vorserienmodell der neuen Triumph Tiger 1200 die schnellste Motorrad-Weltumrundung aller Zeiten hinzulegen, ist mitten im australischen Outback an einem technischen Defekt gescheitert. Deutlich erfreulicher verläuft es bei BMW: Der Hersteller hat die US-Vorbestellungen für die auf 115 Exemplare limitierte M 1000 RR Isle of Man TT gestartet – zum stolzen Preis von 50.000 US-Dollar.

[TRIUMPH | ABENTEUER] Sam Sunderlands Weltrekordversuch endet nach Defekt an neuer Tiger 1200 im Outback

NEU / WICHTIGKEIT

Der Versuch von Dakar-Legende Sam Sunderland, mit einer Triumph Tiger 1200 Rally Explorer die schnellste Motorrad-Weltumrundung aller Zeiten hinzulegen, ist gescheitert. Nach dem Start am 5. September in London und erfolgreich absolvierten Etappen über Istanbul, Bangkok, Kuala Lumpur und Perth erlitt das gefahrene Vorserienmodell des kommenden 2027er-Jahrgangs mitten im zentralaustralischen Outback einen Schaden, der zu einem technischen Problem führte.

Sunderland und sein Team versuchten zunächst, das Problem unterwegs zu beheben, mussten aber einsehen, dass eine ordentliche Reparatur samt anschließendem Test zu viel Zeit kosten würde, um den seit 2002 bestehenden Rekord von Kevin und Julia Sanders (19 Tage, 8 Stunden, 25 Minuten) noch zu unterbieten.

Bis zum Abbruch hatte Sunderland beeindruckende Werte vorgelegt: über 5.300 Kilometer in gut 55 Stunden reiner Fahrzeit, darunter eine Etappe von 1.525 Kilometern an einem einzigen Tag. Was genau am Motorrad beschädigt wurde, teilte Sunderland bewusst nicht im Detail mit – es wäre verfrüht, die Ursache einem bestimmten Bauteil der Tiger 1200 zuzuschreiben.

In einem emotionalen Video-Statement aus Adelaide zeigte sich der zweifache Dakar-Sieger sichtlich getroffen: „Ehrlich gesagt bin ich fix und fertig.“ Es ist bereits der zweite Rückschlag für das Projekt, nachdem Sunderland den ursprünglich für 2025 geplanten Versuch nach einem Wirbelsäulenbruch bei einem Trainingssturz verschieben musste.

 

[BMW | SONDERMODELL] BMW startet US-Vorbestellungen für auf 115 Stück limitierte M 1000 RR Isle of Man TT

NEU

BMW Motorrad hat die US-Vorbestellungen für die M 1000 RR Limited Edition Isle of Man TT eröffnet – fast vier Monate nach der ersten Ankündigung im Mai, rechtzeitig zum Start der TT 2026.

Zu Ehren der 115. Austragung der Isle of Man Tourist Trophy im Jahr 2026 baut BMW weltweit exakt 115 nummerierte Exemplare. Basis ist die M 1000 RR M Competition mit dem bekannten 999-ccm-ShiftCam-Vierzylinder, in den USA mit 205 statt der europäischen 218 PS homologiert.

Das Sondermodell trägt eine matte British-Racing-Green-Lackierung mit Grafiken, die ausgewählte Kurven des legendären Snaefell Mountain Course auf der linken Verkleidungsseite abbilden, dazu eine schwarze Alcantara-Sitzbank mit TT-Logo, einen mattschwarzen M-Carbon-Airbox-Deckel mit Mountain-Course-Grafik, eine schwarze Schwinge sowie eine nummerierte obere Gabelbrücke.

In den USA kostet die Sonderedition 50.000 US-Dollar zuzüglich Fracht- und Zulassungskosten – rund 14.600 Dollar mehr als das reguläre M-1000-RR-Basismodell (35.395 Dollar). Enthalten sind zudem ein M-Cover-Kit für den Rennstreckeneinsatz, ein Heck-Montageständer sowie ein Werkstattteppich mit M- und TT-Logo.

BMW verweist zur Untermauerung auf die eigene TT-Geschichte, von Georg Meiers legendärem Sieg 1939 bis zu aktuellen Erfolgen mit S 1000 RR und M 1000 RR – zuletzt stellte Peter Hickman 2023 mit einer M 1000 RR in Superstock-Spezifikation die Rundenrekord-Bestmarke von 16:36,115 Minuten auf.

 

Themen im Überblick

Modell / Thema

Status

Kerndaten

Sam Sunderland Weltrekordversuch

Abgebrochen

Defekt an Vorserien-Tiger-1200 im Outback, über 5.300 km in 55 Std. gefahren

BMW M 1000 RR Isle of Man TT

Highlight

115 Exemplare weltweit, ab 50.000 US-Dollar, US-Vorbestellung ab heute

 

INFO: Warum Weltrekordversuche wie dieser so anfällig sind

• Der historische Rekord von Kevin und Julia Sanders (2002) verlangt unter anderem die Nutzung desselben Motorrads für die gesamte Strecke – ein einziger technischer Defekt kann daher das ganze Projekt beenden.

• Bei einem Vorserienmodell wie der neuen Tiger 1200 kommt hinzu, dass es noch keine jahrelange Praxiserfahrung mit dem Fahrzeug gibt, anders als bei einem bereits etablierten Serienmotorrad.

• Guinness World Records führt die Kategorie „schnellste Motorrad-Weltumrundung“ aus Sicherheitsgründen nicht mehr offiziell – Sunderlands Versuch orientierte sich freiwillig an den historischen Regeln, ohne einen offiziellen Rekordeintrag zu erhalten.

 

DO-NOT-RIDE / RÜCKRUF-STATUS (Stand 29.09.2026)

• Husqvarna / GASGAS Offroad (Bj. 2021–2024, Braktec-Bremssattel hinten): Rückruf weltweit gültig, auch Europa betroffen – VIN-Check über Hersteller-Website oder Händler.

• BMW S 1000 RR (K67, Bj. 2019–2026): Rückruf wegen Zündschloss-Wackelkontakt, ca. 77.000 Fahrzeuge weltweit; Halter-Benachrichtigung ab Mitte September 2026.

• Honda CB1000 Hornet – Rückruf 1 (Ölverbrauch): Endmaßnahme August 2026 – JETZT Termin beim Händler buchen.

• Yamaha Ténéré 700 MJ 2025 (USA/Kanada): Do-Not-Ride aktiv – TFT-Tausch kostenlos beim Händler.

 

NOCH IM RADAR

BMW F 450 R: offizielle Enthüllung am 1. Oktober 2026, 17 Uhr

BMW S 1000 RR neue Generation: rund 215 PS, Produktionsbeginn Mai 2027, Handel Sommer 2027

KTM 690 Rally: Serienstart Oktober 2026, UK-Preis weiterhin offen

Rallye Dakar 2027: endgültige Entscheidung von ASO weiterhin ausstehend

MV Agusta: Gerichtsentscheidung über Beschäftigungsschutzmaßnahmen im November erwartet

Triumph Tiger 1200 (2027): offizielle Enthüllung weiterhin ausstehend, spätestens zur EICMA erwartet

 

FAZIT

Der 29. September zeigt, wie nah Triumph und Frustration im Motorradsport beieinanderliegen können. Sam Sunderlands Weltrekordversuch scheiterte nicht an mangelndem Willen oder fehlender Leistung, sondern an einem technischen Defekt, gegen den auch die größte Erfahrung als Dakar-Champion nichts ausrichten konnte – ein hartes, aber ehrliches Ende für ein außergewöhnlich ambitioniertes Projekt. BMW liefert mit der M 1000 RR Isle of Man TT das genaue Gegenstück: ein Sondermodell, das Tradition und Renngeschichte in ein streng limitiertes Sammlerstück verwandelt, ganz ohne das Risiko einer laufenden Wette gegen die Uhr. Beide Geschichten erinnern daran, dass die Faszination des Motorradsports genauso oft aus dem Scheitern wie aus dem Erfolg entsteht.

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