Trauer beim Manx Grand Prix nach zwei Todesfällen, deutscher Motorradmarkt wächst weiter kräftig

Donnerstag, 20. August 2026. Der Manx Grand Prix 2026 auf der Isle of Man ist von schweren Unfällen überschattet: Innerhalb von 24 Stunden starben zwei Fahrer bei Stürzen im Qualifying, ein dritter Teilnehmer liegt nach einem Sturz am Eröffnungstag weiter kritisch in einer Klinik in Liverpool. Deutlich versöhnlicher fällt der Blick auf den deutschen Motorradmarkt aus, der nach sieben Monaten 2026 ein Plus von 17,6 Prozent verzeichnet. Und DVR sowie ifz sammeln mit der Langzeitstudie LUMOS weiter Daten zum Sicherheitsbewusstsein deutscher Motorradfahrer.

[TRAUER] Manx Grand Prix 2026: Zwei Fahrer sterben innerhalb von 24 Stunden

TRAURIGE NACHRICHT

Der Manx Grand Prix 2026 auf der Isle of Man ist von einer der schwersten Wochen der jüngeren Renngeschichte überschattet. Am Dienstagabend, den 18. August, verunglückte der 29-jährige Schweizer Mauro Poncini bei Cruickshanks in Ramsey tödlich, nachdem er im ersten Umlauf der zweiten Qualifying-Sitzung in einen Zwischenfall mit einem weiteren Fahrer verwickelt war; dieser erlitt leichtere Verletzungen.

Nur einen Tag später, am Mittwochnachmittag, starb der 37-jährige Sam Naughton von der Isle of Man nach einem Sturz an Doran's Bend – für ihn war es erst der zweite Start beim Manx Grand Prix nach seinem Debüt 2025. Bereits am Eröffnungstag hatte sich der Italiener Salvatore Sallustro schwer verletzt und wird nach mehreren Operationen weiterhin in kritischem Zustand in einer Klinik in Liverpool behandelt.

Die Veranstalter des Manx Grand Prix äußerten sich in Stellungnahmen „zutiefst betroffen“ und sprachen den Familien, Angehörigen und Freunden der Verunglückten ihr Beileid aus. Der auf dem legendären, 60 Kilometer langen Snaefell Mountain Course ausgetragene Manx Grand Prix richtet sich traditionell an Amateure und Neueinsteiger im Straßenrennsport und läuft parallel zur Classic TT bis zu den Hauptrennen am 28. August weiter.

[DEUTSCHLAND | MARKT] Deutscher Motorradmarkt wächst nach sieben Monaten um 17,6 Prozent

NEU

Der deutsche Zweiradmarkt setzt seinen Erholungskurs fort: Von Januar bis Ende Juli 2026 wurden 80.895 Krafträder über 125 Kubikzentimeter neu zugelassen, ein Plus von 17,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Ein Teil des Wachstums ist allerdings ein Aufholeffekt nach den Verzerrungen durch die Euro-5+-Umstellung im Vorjahr.

Bemerkenswert ist die Rückkehr von KTM in die Top 5 der Markenwertung, dicht gefolgt vom chinesischen Partner CFMoto, der mit mehreren Modellen in den Top 50 seinen starken Marktauftritt in Europa unterstreicht. Bei den Modellen bleibt die BMW R 1300 GS weiterhin die klare Nummer eins, dahinter platzieren sich preisgünstigere Modelle von Kawasaki, Honda und Yamaha.

Auffällig: In den Top 20 der meistverkauften Modelle fehlen nach wie vor Suzuki, Triumph, Ducati und Harley-Davidson vollständig, auch Aprilia verpasst mit Rang 21 nur knapp den Sprung in die vorderen Ränge.

[DEUTSCHLAND | SICHERHEIT] LUMOS 2026: Langzeitstudie zur Motorradsicherheit sammelt weiter Daten

EINORDNUNG

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) und das Institut für Zweiradsicherheit (ifz) führen ihre gemeinsame Langzeituntersuchung Motorradsicherheit (LUMOS) fort, die Ende Juli in die dritte Runde nach 2006 und 2018 gestartet ist. Im Fokus der anonymen Online-Befragung stehen das Sicherheitsbewusstsein, der Fahralltag sowie die Einstellung zu Fahrerassistenzsystemen, die in den vergangenen Jahren für Motorräder deutlich an Bedeutung gewonnen haben.

Über sieben Millionen motorisierte Zweiräder sind in Deutschland zugelassen – die im Vierjahresrhythmus angelegte Studie soll helfen, Entwicklungen im Sicherheitsverhalten frühzeitig zu erkennen und daraus zielgerichtete Präventionsmaßnahmen, Aufklärungskampagnen und verkehrspolitische Entscheidungen abzuleiten. Erste Ergebnisse werden für das Frühjahr 2027 erwartet.

Unter allen Teilnehmenden verlost das ifz unter anderem einen Nolan-Helm und eine Airbagweste von Held. Ergänzend rückt auch das nächste DVR-Forum unter dem Titel „Mit Sicherheit unterwegs – auf zwei Rädern durch Stadt und Land“ die Motorradsicherheit in den Mittelpunkt.

 

Themen im Überblick

Modell / Thema

Status

Kerndaten

Manx Grand Prix 2026

Trauer

Zwei Todesfälle binnen 24 Std., ein Fahrer weiter kritisch

Motorrad-Neuzulassungen DE (Jan.–Jul. 2026)

Positiv

80.895 Einheiten über 125 ccm, +17,6% ggü. Vorjahr

LUMOS 2026

Laufend

DVR/ifz-Langzeitstudie, Ergebnisse ab Frühjahr 2027 erwartet

 

INFO: Was den Manx Grand Prix von anderen Rennserien unterscheidet

• Der Manx Grand Prix wird auf öffentlichen Straßen der Isle of Man ausgetragen, dem legendären 60-Kilometer-Snaefell-Mountain-Course, der auch für die Isle of Man TT genutzt wird.

• Anders als die TT richtet sich der Manx Grand Prix traditionell gezielt an Amateure und Fahrer ohne Werksunterstützung, oft mit weniger Streckenerfahrung als bei der TT selbst.

• Das Straßenrennen zählt aufgrund fehlender Fahrbahnbegrenzungen und hoher Geschwindigkeiten zu den anspruchsvollsten und risikoreichsten Formen des Motorradrennsports weltweit.

 

DO-NOT-RIDE / RÜCKRUF-STATUS (Stand 20.08.2026)

• BMW S 1000 RR (K67, Bj. 2019–2026): Rückruf wegen Zündschloss-Wackelkontakt, ca. 77.000 Fahrzeuge weltweit; Halter-Benachrichtigung ab Mitte September 2026.

• Honda CB1000 Hornet – Rückruf 1 (Ölverbrauch): Endmaßnahme August 2026 – JETZT Termin beim Händler buchen.

• Yamaha Ténéré 700 MJ 2025 (USA/Kanada): Do-Not-Ride aktiv – TFT-Tausch kostenlos beim Händler.

 

NOCH IM RADAR

Honda GB 500 S: EU-Marktstart voraussichtlich 2027, Details noch offen

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Ducati Desmo450 SM Serienversion: Verkaufsstart Oktober 2026

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Patritalia / Ducati: 2,5-Milliarden-Euro-Angebot weiterhin ohne Reaktion von Audi/VW

 

FAZIT

Der 20. August zeigt zwei Seiten des Motorradsports, die kaum weiter auseinanderliegen könnten. Der Manx Grand Prix erinnert schmerzhaft daran, welches Risiko Straßenrennsport auf der Isle of Man weiterhin bedeutet – unsere Gedanken sind bei den Familien und Angehörigen der Verunglückten sowie bei allen, die um Salvatore Sallustro bangen. Der deutsche Zulassungsmarkt liefert dagegen handfeste Gründe zur Freude, auch wenn ein Teil des Wachstums Aufholeffekte widerspiegelt. Und mit LUMOS 2026 entsteht gerade die Datenbasis, die helfen soll, die Sicherheit auf zwei Rädern langfristig zu verbessern – ein Thema, das nach diesem Tag mehr Gewicht hat als sonst.

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