Valencia bleibt MotoGP-Saisonfinale 2027, MV Agusta offiziell in italienischem Rettungsverfahren

Dienstag, 22. September 2026. Die MotoGP hat den Circuit Ricardo Tormo in Valencia offiziell als Schauplatz des Saisonfinales 2027 bestätigt – der komplette Kalender folgt am Freitag. Ernster sieht es bei MV Agusta aus: Der italienische Traditionshersteller hat inzwischen offiziell bestätigt, in ein rechtlich geregeltes Sanierungsverfahren eingetreten zu sein, nachdem wochenlange Gerüchte um Produktionsstopp und gescheiterte Investorengespräche kursierten.

[MOTOGP | KALENDER] Valencia bestätigt als MotoGP-Saisonfinale 2027, kompletter Kalender folgt am Freitag

NEU

Die MotoGP hat am 22. September offiziell bestätigt, dass der Circuit Ricardo Tormo in Valencia auch 2027 Schauplatz des Saisonfinales sein wird – zum wiederholten Mal Ende November, konkret vom 26. bis 28. November.

Kaum eine Strecke ist so eng mit dramatischen Meisterschaftsentscheidungen verbunden wie der spanische Kurs. Der vollständige Kalender für die Saison 2027 wird erst am kommenden Freitag, den 25. September, veröffentlicht, doch mit Valencia als Finale und dem bereits bestätigten Saisonauftakt in Buriram, Thailand (5. bis 7. März), stehen die beiden wichtigsten Eckpunkte bereits fest.

Die Ankündigung fällt in eine ohnehin ereignisreiche Woche für die MotoGP: Beim Formel-1-freien Testtag in Spielberg mit den neuen 850-ccm-Prototypen mischte sich auch Maverick Vinales unter die Fahrer, der nach seiner Verletzungspause auf einen Start beim Japan-Grand-Prix hinarbeitet, um sein Kapitel bei KTM in der MotoGP persönlich abzuschließen.

Für Fans bedeutet die Ankündigung vor allem Planungssicherheit: Wer sich schon jetzt Tickets für das Saisonfinale sichern möchte, kann dies unabhängig vom noch ausstehenden restlichen Kalender tun.

 

[MV AGUSTA | MARKT] MV Agusta offiziell in italienisches Unternehmenssanierungsverfahren eingetreten

NEU / WICHTIGKEIT

MV Agusta hat in einer offiziellen Stellungnahme bestätigt, in das italienische Verfahren „Composizione Negoziata della Crisi“ (CNC) eingetreten zu sein – ein strukturiertes, außergerichtliches Sanierungsverfahren, das ausdrücklich keine Insolvenz oder Liquidation darstellt, sondern unter Begleitung unabhängiger Fachleute Gespräche mit Gläubigern, Zulieferern und potenziellen Investoren ermöglichen soll.

Damit reagiert das Unternehmen auf wochenlange, teils widersprüchliche Medienberichte über einen faktischen Produktionsstopp im Stammwerk Schiranna bei Varese seit April 2026, ausbleibende Zahlungen an Zulieferer sowie das Scheitern der im Juni angekündigten 49-Prozent-Beteiligung des chinesischen Herstellers CFMoto.

Eine im März angekündigte Kapitalerhöhung um 35 Millionen Euro durch Mutterkonzern Art of Mobility wurde laut Handelsregisterauszug nie umgesetzt. MV Agusta bestätigte zudem ausdrücklich, dass Art of Mobility mögliche Änderungen der Eigentümerstruktur prüfe – einige Gespräche seien bereits abgebrochen worden, andere liefen weiter, konkrete Namen nannte das Unternehmen nicht.

Trotz der finanziellen Schieflage verweist MV Agusta auf stabile Verkaufszahlen: Im ersten Halbjahr 2026 wurden weltweit 2.166 Motorräder neu zugelassen, ein Plus von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, mit besonders starkem Wachstum in Italien (+28,8 Prozent), Frankreich (+42,3 Prozent) und den USA (+24,2 Prozent).

Laut italienischen Gewerkschaftsvertretern arbeiten die 184 Beschäftigten des Unternehmens bereits seit Monaten unter einem Solidaritätsvertrag mit reduzierter Arbeitszeit, im September an teils nur vier bis fünf Tagen im gesamten Monat. Im November soll ein Gericht darüber entscheiden, ob die für MV Agusta geltenden Beschäftigungsschutzmaßnahmen fortgeführt werden.

 

Themen im Überblick

Modell / Thema

Status

Kerndaten

MotoGP-Kalender 2027

Bestätigt

Finale Valencia (26.–28.11.), Auftakt Buriram (5.–7.3.), Komplettkalender 25.9.

MV Agusta Sanierungsverfahren

Warnung

Offizieller Eintritt ins CNC-Verfahren, Produktion seit April 2026 weitgehend still

 

INFO: Was das italienische CNC-Verfahren bedeutet

• Die „Composizione Negoziata della Crisi“ ist ausdrücklich kein Insolvenzverfahren, sondern ein präventives Instrument, das Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten Zeit und einen rechtlichen Rahmen für Verhandlungen mit Gläubigern verschaffen soll.

• MV Agusta hatte bereits 2023 ein früheres gerichtliches Restrukturierungsverfahren abgeschlossen – die Eigentümerfamilie Sardarov investierte seither Berichten zufolge über 180 Millionen Euro in das Unternehmen.

• Trotz der Werksprobleme bleibt die Nachfrage nach MV-Agusta-Motorrädern in wichtigen Märkten stabil bis wachsend – das eigentliche Problem liegt in der Lieferkette und Finanzierung, nicht in mangelndem Kundeninteresse.

 

DO-NOT-RIDE / RÜCKRUF-STATUS (Stand 22.09.2026)

• Husqvarna / GASGAS Offroad (Bj. 2021–2024, Braktec-Bremssattel hinten): Rückruf weltweit gültig, auch Europa betroffen – VIN-Check über Hersteller-Website oder Händler.

• BMW S 1000 RR (K67, Bj. 2019–2026): Rückruf wegen Zündschloss-Wackelkontakt, ca. 77.000 Fahrzeuge weltweit; Halter-Benachrichtigung ab Mitte September 2026.

• Honda CB1000 Hornet – Rückruf 1 (Ölverbrauch): Endmaßnahme August 2026 – JETZT Termin beim Händler buchen.

• Yamaha Ténéré 700 MJ 2025 (USA/Kanada): Do-Not-Ride aktiv – TFT-Tausch kostenlos beim Händler.

 

NOCH IM RADAR

Honda GB 500 S: EU-Marktstart voraussichtlich 2027, Details noch offen

BMW S 1000 RR neue Generation: rund 215 PS, Produktionsbeginn Mai 2027, Handel Sommer 2027

KTM 690 Rally: Serienstart Oktober 2026, UK-Preis weiterhin offen

Rallye Dakar 2027: endgültige Entscheidung von ASO weiterhin ausstehend

MV Agusta: Gerichtsentscheidung über Beschäftigungsschutzmaßnahmen im November erwartet

Maverick Vinales: angestrebter Formstart beim Japan-Grand-Prix zum Abschluss seiner KTM-Zeit

 

FAZIT

Der 22. September zeigt zwei völlig gegensätzliche Formen von Planungssicherheit in der Motorradwelt. Die MotoGP liefert mit der frühzeitigen Bestätigung von Valencia als Saisonfinale 2027 genau die Verlässlichkeit, die Fans, Teams und Veranstalter schätzen. MV Agusta dagegen zeigt, wie lange sich eine Unternehmenskrise hinziehen kann, bevor überhaupt Klarheit über die nächsten Schritte entsteht – die offizielle Bestätigung des Sanierungsverfahrens ist dabei kein Grund zur Entwarnung, sondern die formale Bestätigung dessen, was Gewerkschaften und Fachmedien schon seit Wochen berichtet hatten. Immerhin: Mit stabilen Verkaufszahlen und einem rechtlich geordneten Verfahren bleibt der Marke aus Varese zumindest ein strukturierter Weg zurück in die Normalität offen.

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