Test CFMoto 700 MT (2026)
Die Reiseenduro für Komfortfans – Sitzheizung, Griffheizung, CarPlay und 20-Liter-Tank unter 7.500 Euro
Stand: 15.4.2026 | Modell: CFMoto 700 MT (2026, MY2025/2026 technisch identisch) | Preis: 6.999 Euro inkl. NK | Fertigung: CFMoto, China | Garantie: 4 Jahre
Neu ab 2025: 19-Zoll-Vorderrad statt 17 Zoll – die 700 MT ist jetzt eine richtige Reiseenduro
Bis einschließlich 2024 war die CFMoto 700 MT ein Sporttourer mit 17-Zoll-Rädern und Versys-650-ähnlicher Ausrichtung. Ab 2025 hat sie ein 19-Zoll-Vorderrad – und damit den Charakter-Wechsel zur vollwertigen Reiseenduro vollzogen. Das 19-Zoll-Vorderrad macht die Lenkung entspannter und indirekter als bei einem 17-Zoller, verbessert aber den Komfort auf Unebenheiten und die Tauglichkeit auf leichtem Schotter. Wer präzises Einlenken auf Bergstraßen sucht, ist mit der 450 MT oder der 800 MT-X besser bedient. Wer weite Strecken bequem zurücklegen will: hier entlang.
Die technische Plattform ist älter und das spiegelt sich in einigen Fahreigenschaften. Das Preis-Leistungs-Argument macht das für die Mehrzahl der Zielgruppe aber irrelevant: Wer ein bequemes, voll ausgestattetes Tourenmotorrad für unter 7.000 Euro sucht, hat kaum Alternativen.
Motor: 693 cm³ Gegenläufer-Twin, 68 PS, brav und verlässlich – kein Charakter-Motor, aber für den Zweck passend
Der 693-cm³-Paralleltwin mit 180-Grad-Kurbelwelle (Gegenläufer-Konzept) leistet 68 PS und 60 Nm. DOHC, Euro 5+, Antihopping-Kupplung, 6-Gang-Getriebe. Der Motor läuft weder besonders vibrationsarm noch besonders charakterstark, er erledigt seinen Dienst verlässlich und ohne ausgemachte Schwächen. Bei niedriger Drehzahl kann die Gasannahme ruppig ausfallen – in langsamen Spitzkehren hilft es, die Kupplung einzusetzen. Bei Tourentempo auf der Landstraße arbeitet er unauffällig. Realer Testverbrauch: ca. 6 l/100 km, Werksangabe: 4,8 l/100 km.
Fahrwerk & Bremsen: KYB, 150 mm Federweg, komfortorientiert – mit spürbaren Grenzen bei sportlichem Einsatz
Das KYB-Fahrwerk bietet 150 mm Federweg vorne und 148 mm hinten. Die Gabel hat 43 mm Durchmesser. Die Abstimmung ist klar auf Komfort ausgelegt: Bodenunebenheiten werden souverän weggesteckt, Kopfsteinpflaster ist kaum spürbar. Bei flotter gefahrenen Holperstrecken und im sportlichen Ausloten zeigen sich jedoch Grenzen. Die Bremsen – J.Juan Doppelscheiben 300 mm vorne, 240-mm-Einzelscheibe hinten – wirken etwas stumpf. ABS serienmäßig, Hinterrad-ABS abschaltbar.
Ausstattung: Das eigentliche Kaufargument – was die 700 MT für den Preis mitbringt, ist in dieser Klasse einmalig
Dreistufige Griffheizung und dreistufige Sitzheizung serienmäßig – das ist in dieser Preisklasse außergewöhnlich. Dazu kommen Reifendruckkontrolle mit Reifentemperaturanzeige (TPMS), einhändig verstellbares Windschild, Apple CarPlay und Android Auto über das 5-Zoll-TFT-Display, Bluetooth-Konnektivität, Navi-Halter, USB-C und USB-A serienmäßig, Handprotektoren, T-Box. Traktionskontrolle (TCS) abschaltbar. 20-Liter-Tank für entsprechende Reichweite. Kofferhalterungen integriert; dreiteiliges Alukoffer-Set (25/28/35 Liter) optional für ca. 990 Euro.
Zur Einordnung: Heizgriffe und Sitzheizung sind bei vielen Konkurrenten Zubehör. CarPlay ist bei Bikes in dieser Preisklasse nahezu unbekannt. TPMS mit Temperaturanzeige ist selbst bei teureren Motorrädern keine Selbstverständlichkeit. Wer eine ähnliche Ausstattung bei Yamaha, Honda oder Suzuki kaufen will, zahlt deutlich mehr.
Ergonomie: 800 mm Sitzhöhe, Fahrer weit hinten, breiter Sattel – bequem, aber nicht für jeden Piloten ideal
Die Sitzhöhe von nur 800 mm ist für eine Reiseenduro zugänglich. Der Sattel ist breit geschnitten und gut gepolstert. Der Fahrer sitzt weit hinten im Motorrad – der Lenker ist nach hinten geneigt, der Tank lang, das Vorderrad wirkt weit entfernt. Das erzeugt eine aufrechte, entspannte Haltung für Reisen. Große Piloten könnten den Kniewinkel als eng empfinden, die erhöhte Sitzbank (840 mm) schafft Abhilfe. Windschutz gut: Das System aus Verkleidung und verstellbarer Scheibe schirmt Fahrer und Sozius effektiv ab.
Einordnung: Für wen die 700 MT das richtige Motorrad ist – und für wen nicht
Die 700 MT ein gelungenes Motorrad für Fahrer, die es primär als Reisemittel sehen und Ausstattung gegen Preis aufwiegen. Für Fahrer, die vor allem Fahrspaß im Vordergrund haben, wird sie trotz des günstigen Preises Mängel aufzeigen. Kawasaki Versys 650 (9.070 Euro, 67 PS): teurer, besseres Fahrverhalten, weniger Serienausstattung. Yamaha Tracer 700 (10.424 Euro, 73 PS): teurer, agiler, kein CarPlay, keine Sitzheizung. Suzuki VSV 650 (ab 7.200 Euro, 70 PS): teurer, keine Sitzheizung, kein CarPlay. Die CFMoto 700 MT kostet rund 2.000–3.000 Euro weniger als die meisten Konkurrenten und hat mehr Serienausstattung.
Fazit
68 PS, 20-Liter-Tank, 19-Zoll-Vorderrad, dreistufige Griff- und Sitzheizung, CarPlay, TPMS, TPMS-Temperaturanzeige, einhändig verstellbares Windschild, Kofferhalter – ab 6.999 Euro. Fahrdynamisch ist die 700 MT kein Maßstab in ihrer Klasse. Ausstattungstechnisch ist sie es.
Kurzcheck
+ Dreistufige Griffheizung serienmäßig: in dieser Preisklasse außergewöhnlich
+ Dreistufige Sitzheizung serienmäßig: bei Konkurrenten oft teures Zubehör
+ Apple CarPlay und Android Auto über 5-Zoll-TFT: in dieser Preisklasse nahezu einmalig
+ TPMS mit Reifentemperaturanzeige serienmäßig
+ 20-Liter-Tank: sehr gute Reichweite für Langstreckentouren
+ 19-Zoll-Vorderrad (neu ab 2025): besserer Komfort und Schottertauglichkeit als Vorgänger
+ Einhändig verstellbares Windschild; guter Windschutz laut Tests
+ T-Box: OTA, Konnektivität, Navigation
+ Kofferhalterungen integriert; optionales Alukoffer-Set (25/28/35 l) für ca. 990 Euro
+ Sitzhöhe 800 mm (optional 840 mm): zugänglich für viele Fahrergrößen
+ Breiter, gut gepolsterter Sattel: tauglich für lange Etappen
+ Fahrwerk komfortabel und souverän auf Unebenheiten
+ 2.000–3.000 Euro günstiger als Versys 650 oder Tracer 700
+ 4 Jahre Herstellergarantie
– 240 kg fahrbereit: schwerer als vergleichbare Konkurrenten; beim Rangieren spürbar
– Ältere Plattform: indifferentes Fahrverhalten beim sportlichen Fahren
– Bremsen eher stumpf: kein Highlight für sportliche Anwendungen
– Gasannahme bei niedriger Drehzahl teils ruppig; Kupplung in Spitzkehren nötig
– 150 mm Federweg: bei flottem Fahren auf schlechten Wegen an der Grenze
– Realer Verbrauch ca. 6 l/100 km; Werksangabe 4,8 l
– Kein Quickshifter, keine Fahrmodi, kein Blipper
– Fahrer weit hinten positioniert: Kniewinkel kann für große Piloten eng werden
– Handprotektoren serienmäßig, aber wenig stabil
– CFMoto-Händlernetz kleiner als japanische Marken, Wiederverkaufswert noch unbekannt
Technische Daten: CFMoto 700 MT (2026)
Fertigungsland: China (CFMoto)
Motor: Paralleltwin (Gegenläufer, 180°-Kurbelwelle), 693 cm³, flüssigkeitsgekühlt, DOHC, Euro 5+; Antihopping-Kupplung; 6-Gang
Leistung: 68 PS bei 9.500/min
Drehmoment: 60 Nm bei 6.000–7.250/min
Elektronik: ABS (Hinterrad abschaltbar); TCS abschaltbar; TPMS mit Reifentemperaturanzeige; T-Box; keine Fahrmodi; kein Quickshifter
Rahmen: CrMo-Stahlrohrrahmen
Gabel: KYB USD 43 mm; 150 mm Federweg
Federbein: KYB Zentralfederbein, seitlich angesetzt; 148 mm Federweg; einstellbar
Bremse vorn: J.Juan; 2× 300-mm-Scheiben; Vierkolben; ABS
Bremse hinten: J.Juan; 240-mm-Scheibe; Einkolben; ABS abschaltbar
Räder: Goldene Alugussfelgen mit Stahlspeichen; 19 Zoll vorne / 17 Zoll hinten
Reifen: 110/80-19 vorne; 150/70-17 hinten
Komfort: Griffheizung 3-stufig serienmäßig; Sitzheizung 3-stufig serienmäßig; verstellbares Windschild (einhändig)
Display: 5-Zoll-TFT; Apple CarPlay; Android Auto; Bluetooth; USB-C und USB-A; Navi-Halter
Gepäck: Kofferhalter integriert; Alukoffer-Set 25/28/35 l optional ca. 990 Euro
Gewicht: 240 kg vollgetankt
Sitzhöhe: 800 mm (optional 840 mm)
Radstand: 1.445 mm
Tank: 20 Liter; Praxisreichweite ca. 330 km
Preis (D): 6.999 Euro inkl. Nebenkosten
Garantie: 4 Jahre Herstellergarantie