Test Ducati Hypermotard 698 Mono (2026)

77,5 PS Desmodue-Einzylinder, 151 kg, 870 mm – 97 dB(A), Tirol gesperrt

Die Hypermotard 698 Mono ist Ducatis erster straßenzugelassener Einzylinder seit Jahrzehnten – und sofort der stärkste serienmäßige Einzylinder auf dem Markt. 77,5 PS aus 659 cm³ Desmodue, 151 kg, Marzocchi-USD voll einstellbar, Brembo M4.32, 330-mm-Leichtscheibe. Das Motorrad ist puristisch, verspielt und absichtlich unvernünftig. Und es hat 97 dB(A) – Tirol gesperrt.

Stand: 3.5.2026 | Modell: Ducati Hypermotard 698 Mono (2026; seit 2023; 2026 technisch identisch); Varianten:; Hersteller: Ducati Motor Holding S.p.A. (Borgo Panigale, Bologna, IT) | Preis DE: Standard (12.990 Euro) und RVE (13.890 Euro; + Quick Shift + Motorsport-Dekor) zzgl. 305 Euro Liefernebenkosten | Standgeräusch: 97 dB(A) – überschreitet Tirol-Grenze 95 dB(A) | Garantie: 2 Jahre; Desmo-Ventilspielkontrolle alle 30.000 km

97 dB(A): Tirol gesperrt – vor dem Kauf klären

Das Standgeräusch der Hypermotard 698 Mono beträgt 97 dB(A) und überschreitet damit die Tirol-Grenze von 95 dB(A). Das Fahrverbot gilt auf den entsprechend gekennzeichneten Tiroler Strecken. Für ein Motorrad, das auf einer Tiroler Bergstraße die perfekte Fahrzeugwahl darstellt, ist das ein handfestes praktisches Problem. Wer regelmäßig durch Tirol fährt und die Hypermotard kaufen will, löst das Problem durch einen Endschalldämpfer-Tausch – oder kalkuliert die gesperrten Strecken aus dem Reiseplan heraus.

Der stärkste straßenzugelassene Einzylinder der Welt – Stand 2026

77,5 PS aus einem Einzylinder ist ein Wert, den es in der Serienproduktion bisher nicht gab. Erst die neue KTM 690 Modeelljahr 2026 toppt das mit 79 PS. Der Desmodue-Mono-Motor der Hypermotard 698 basiert konzeptionell auf dem Einzelzylinder-Kopf des Panigale-V2 und bringt 116 mm Bohrung, 62,4 mm Hub, 13,1:1 Verdichtung und Titan-Einlassventile.

Er dreht bis über 10.000/min, was für einen Einzylinder einer außerordentlichen konstruktiven Leistung entspricht. Die KTM 690 SMC R und Husqvarna Supermoto 701 haben denselben 79-PS-Motor – Ducati übertrifft die Vorgänger um 2,5 PS, aber viel wichtiger: mit einem Motor, der anders klingt, anders dreht und eine andere Charakter-Aussage macht.

Mit dem optionalen Termignoni-Racing-Exhaust (nicht straßenzugelassen) steigt die Leistung auf 84,5 PS bei 9.500/min und das Gewicht sinkt um 4 kg. Für Rennstrecken-Gelegenheiten ist das ein naheliegendes Kit. Für Straßen-Alltagsbetrieb bleibt man beim serienmäßigen Auspuff.

Motor: Desmodue-Mono, 659 cm³, 77,5 PS

659 cm³, flüssigkeitsgekühlt, DOHC, desmodromische Ventilsteuerung (Desmodue, 2 Ventile), Bohrung 116 mm, Hub 62,4 mm, Verdichtung 13,1:1, Titan-Einlassventile, 77,5 PS / 57 kW bei 9.750/min, 63 Nm, 6-Gang-Getriebe, Kettenantrieb, Euro 5+, A2-drosselbar (35 kW). Das Drehgefühl eines großen Einzylinders ist schwer zu beschreiben und leicht zu benennen: Er explodiert. Nicht kontinuierlich wie ein V4, sondern in regelmäßigen Impulsen, die bei jedem Gasgeben spürbar sind. Das ist kein Komfort-Feature – das ist der Charakter. Jede Kurvenausfahrt wird zu einem koordinierten Gespräch zwischen Gas, Kupplung und Körperschwerpunkt. Wer das einmal gefahren ist, versteht, warum Menschen Einzylinder lieben.

Wartung: alle 15.000 km oder jährlich. Desmo-Ventilspielkontrolle alle 30.000 km. Das ist erheblich günstiger als die 15.000-km-Desmo-Intervalle älterer Modelle, aber kürzer als die neuen 45.000-km-Intervalle der Monster 2026 (kein Desmo). Wer die Hypermotard langjährig fährt, plant zwei bis drei Desmo-Services pro 100.000 km ein. Verbrauch ca. 4,8 l/100 km, 9-Liter-Tank, ca. 185 km Reichweite.

Fahrwerk: Marzocchi-USD, Sachs-Federbein, vorderradlastig

Marzocchi 45-mm-USD vorn, vollständig einstellbar, 8,1 kg Eigengewicht. Hinten: Sachs-Federbein mit progressiver Umlenkung und Offroad-DNA, vollständig einstellbar. Bremsen: Brembo M4.32 vorn, 330-mm-Leichtscheibe mit Aluminium-Flansch (17% leichter als Stahlträger), radialer Hauptbremszylinder, Kurven-ABS.

Die Gewichtsverteilung der Hypermotard 698 Mono ist bewusst vorderradlastig – mehr als bei vergleichbaren Supermoto-Modellen. Das hat eine direkte Fahrdynamik-Konsequenz: Die Front klebt am Boden, die Lenkrückmeldung ist präzise, das Einlenken braucht weniger Kraft als bei hecklastigen Motorrädern. Im Supermoto-Kontext bedeutet das: Die Kurve wird über die Front gefahren, nicht über den Gasöffnungswinkel hinten.

Das Sachs-Federbein mit Offroad-DNA passt zum Supermoto-Konzept: Es ist für eine Gattung entwickelt worden, die regelmäßig über schlechte Untergründe und Bodenwellen fährt. Im Straßenbetrieb federt es etwas weicher als ein reines Sportbike-Federbein, was auf deutschen Landstraßen eher ein Vorteil ist.

Ergonomie: 870 mm, aufrecht, halbe Welt sichtbar

Sitzhöhe 870 mm, Radstand 1.442 mm, 151 kg fahrfertig ohne Kraftstoff. Die Hypermotard hat die höchste Sitzhöhe in dieser gesamten Testreihe. Das ist keine Einschränkung – das ist Programm. Wer Supermoto fährt, sitzt so: aufrecht, mit hohem Blickwinkel, Hände tief. Das ergibt eine Übersicht über den Verkehr, die andere Fahrzeugklassen nicht bieten. Die Sitzposition ist sportlich-aufrecht mit konischem Aluminium-Lenker. Die Fußrasten sind für aktive Fahrdynamik ausgelegt, nicht für längere Autobahngleitfahrten.

151 kg fahrbereit ohne Kraftstoff ist sehr leicht. Das bedeutet: Die Hypermotard muss in Wechselkurven wenig Masse hin- und herbewegen. Richtungswechsel erfolgen durch Körpergewichtsverlagerung und minimalen Lenkimpuls. Wer von einem schweren Touring-Motorrad auf die Hypermotard umsteigt, erlebt den Unterschied blitzschnell, dass es ausgenöffnend ist.

Elektronik: Cornering ABS, Power Launch, optional Race-Modus

Cornering ABS, DTC Traktionskontrolle, Power Launch, Power Modes, 3,8-Zoll-LCD-Display (IBN-Technologie: weiße Zeichen auf schwarz, Schaltblitz-Anzeige wie Panigale V4), Voll-LED, Lithium-Ionen-Batterie. Race-Modus und Wheelie Control optional (der Wheelie-Assistent steuert die Wheelie-Höhe, aber der Fahrer muss das Vorderrad selbst über Gas und Kupplung vom Boden heben – kein automatisches Wheelie-Auslösesystem).

Der Quick Shift ist in der Standard-Version nicht serienmäßig – er kommt erst mit der RVE-Version (13.890 Euro). Für ein Motorrad, das man gerne schnell und flott schaltet, ist der Quick Shift kein Luxus, sondern ein Nutzwert. Wer die Hypermotard regelmäßig sportlich fährt, sollte die RVE als Ausgangspunkt kalkulieren.

Standard vs. RVE: 900 Euro für Quick Shift und Dekor

Die Standard-Version (12.990 Euro) ist rot, ohne Quick Shift serienmäßig, ohne Motorsport-Dekor. Die RVE-Version (13.890 Euro) hat zusätzlich den Ducati Quick Shift Up/Down serienmäßig, Motorsport-Grafiken (Scrambler-ähnliche Dekor-Optik) und weitere Details. 900 Euro für Quick Shift und Dekor ist ein überschaubares Sümmchen – wer das Motorrad sportlich nutzt, wählt die RVE. Wer ein sauber-rotes Bike ohne Grafiken will und den Quick Shift nachrüsten möchte, kauft die Standard.

Tankreichweite: 185 km – der kurze Tank ist Programm

9-Liter-Tank, ca. 4,8 l/100 km, ca. 185 km Reichweite. Das ist die kürzeste Reichweite aller Ducatis. Das ist kein Produktfehler. Die Hypermotard 698 Mono ist kein Reisemotorrad. Sie ist ein Spielgerät für Landstraßen, Bergpässe und Rennstrecken-Einzel-Sessions. Wer auf einer 250-km-Tagesetappe genau einen Tankstopp einplant, hat damit kein Problem. Wer das Motorrad als einziges Fahrzeug auf einer großen Europatour verwenden will, soll sich ein anderes kaufen.

Preis und Einordnung

Ab 12.990 Euro (Standard) / 13.890 Euro (RVE) zzgl. 305 Euro Liefernebenkosten, 2 Jahre Garantie. Direkter Wettbewerb: KTM 690 SMC R (ca. 13.000 Euro, 79 PS, kein Desmo, Kurven-ABS serienmäßig). Husqvarna 701 Supermoto (ca. 13.000 Euro, 79 PS, derselbe Motor wie KTM 690). Die Ducati ist kaum teurer als die KTM/Husqvarna-Konkurrenz, bietet desmodromische Ventilsteuerung, Marzocchi-USD statt WP, Brembo M4.32 statt Standard-Sattel, und Kurven-ABS serienmäßig. Supermoto-Freunde haben die Qual der Wahl.

Fazit

Die Ducati Hypermotard 698 Mono 2026 ist ein höchst unterhaltsames Motorrad für Solofahrer. 77,5 PS, 151 kg, Marzocchi-USD, Brembo M4.32, 870 mm Sitzhöhe, Desmodue-Sound. Es ist auch ein lautes (97 dB(A)) und das mit einer kurzen Reichweite (185 km). Wer diese beiden Einschränkungen akzeptiert, kauft eines der Motorräder mit dem größten Fahrspaß.

 

Kurzcheck

 

+ Zweitstärkster straßenzugelassener Einzylinder 2026: 77,5 PS aus 659 cm³ Desmodue; 10.000+/min; Explosionscharakter eines großen Singles; optionaler Termignoni auf 84,5 PS (nicht straßenzugelassen); 151 kg fahrfertig ohne Kraftstoff – eines der leichtesten Motorräder

+ Marzocchi 45-mm-USD (voll einstellbar; 8,1 kg); Sachs-Federbein (progressiv; Offroad-DNA); Brembo M4.32 + 330-mm-Leichtscheibe (17% leichter); Kurven-ABS; Power Launch; bewusst vorderradlastige Gewichtsverteilung; 870 mm Sitzhöhe

+ Ab 12.990 Euro (Standard) / 13.890 Euro (RVE + Quick Shift); A2-drosselbar; Lithium-Ionen-Batterie; 3,8-Zoll-LCD mit Schaltblitz-Anzeige; Race-Modus + Wheelie Control optional; 2 Jahre Garantie; Desmo-Ventilspielkontrolle alle 30.000 km

+ Unterhaltsamster Einzylinder im Premiumsegment; einzigartiger Desmodue-Klang; KTM/Husqvarna vergleichbar bei 79 PS – Ducati mit 2,5 PS weniger, Marzocchi-USD, Kurven-ABS, Brembo M4.32 für ähnlichen Preis

 

97 dB(A) Standgeräusch: überschreitet Tirol-Grenze 95 dB(A); auf gesperrten Tiroler Strecken Fahrverbot; für Alpenfahrten mit Tirol-Anteil: Endschalldämpfer-Tausch kalkulieren oder Strecken anpassen

9-L-Tank: ca. 185 km Reichweite – kurz; kein Windschutz; 870 mm Sitzhöhe: für Fahrer unter ca. 1,75 m nur mit Zehenspitzen Bodenkontakt; kein Quick Shift bei Standard-Version serienmäßig

Desmo-Ventilspielkontrolle alle 30.000 km (kürzer als Monster 2026 mit 45.000 km; höhere Werkstattkosten als Non-Desmo-Konkurrenz); 2026 technisch identisch mit Einführungsmodell 2023; neue Farboption beim Händler erfragen

 

 

Technische Daten: Ducati Hypermotard 698 Mono (2026)

 

Marke / Modell: Ducati Hypermotard 698 Mono (2026; seit 2023; 2026 technisch identisch); Varianten: Standard und RVE; Hersteller: Ducati Motor Holding S.p.A. (Borgo Panigale, Bologna, IT)

Was 2026 neu ist: Technisch identisch mit 2023-Einführungsmodell; eventuelle neue Farboption beim Händler erfragen

Standard vs. RVE: Standard: 12.390 Euro; Ducati Red; kein Quick Shift serienmäßig. RVE: 13.390 Euro; Quick Shift Up/Down serienmäßig; Motorsport-Grafiken; weitere Details.

Motor: Flüssigkeitsgekühlter DOHC Einzylinder Desmodue; 659 cm³; desmodromische Ventilsteuerung (2 Ventile); Bohrung 116 mm / Hub 62,4 mm; Verdichtung 13,1:1; Titan-Einlassventile; 6-Gang; Kettenantrieb; Euro 5+; A2-drosselbar (35 kW / 47 PS)

Leistung: 77,5 PS (57 kW) bei 9.750/min; mit Termignoni-Racing-Exhaust: 84,5 PS bei 9.500/min (nicht straßenzugelassen)

Drehmoment: 63 Nm bei 8.000/min

Vmax / Verbrauch: ca. 205 km/h, ca. 4,8 l/100 km, ca. 185 km Reichweite

Tank / Gewicht: 9 l, 151 kg fahrfertig ohne Kraftstoff, 161 kg volgetankt

Getriebe / Antrieb: 6-Gang; Kettenantrieb; Quick Shift: nur RVE serienmäßig (Standard: nachrüstbar)

Elektronik: Cornering ABS; DTC Traktionskontrolle; Power Launch; Power Modes; 3,8-Zoll-LCD-Display (IBN-Technologie; Schaltblitz-Anzeige); Voll-LED; Lithium-Ionen-Batterie; Race-Modus + Wheelie Control optional

Gabel: Marzocchi 45-mm-USD; vollständig einstellbar; 8,1 kg Eigengewicht

Federbein: Sachs; progressiv mit Offroad-DNA; vollständig einstellbar

Bremse vorn: Brembo M4.32; 330-mm-Scheibe mit Aluminium-Flansch (17% leichter als Stahl); radialer Hauptbremszylinder; Cornering ABS

Bremse hinten: 230-mm-Scheibe; Brembo-Sattel; ABS

Räder: 5-Y-Speichen-Gussräder (0,5 kg leichter als Speichenräder); 17 Zoll vorn; 17 Zoll hinten

Reifen: Pirelli Diablo Rosso IV; 120/70 ZR17 vorn; 160/60 ZR17 hinten

Ergonomie: Sitzhöhe 870 mm; Radstand 1.442 mm; aufrecht-sportliche Supermoto-Haltung; konischer Aluminium-Lenker; Fußrasten für aktive Fahrdynamik ausgelegt; kein Soziussitz serienmäßig

Standgeräusch: 97 dB(A) – überschreitet Tirol-Grenze 95 dB(A); auf Tirol-gesperrten Strecken Fahrverbot

Farben 2026: Ducati Red (Standard); RVE mit Motorsport-Dekor; beim Händler aktuelle Verfügbarkeit erfragen

Garantie / Service: 2 Jahre Herstellergarantie (unbegrenzte Kilometer); Wartung 15.000 km / jährlich; Desmo-Ventilspielkontrolle alle 30.000 km

Preis (D): Ab 12.990 Euro (Standard) / 13.890 Euro (RVE); zzgl. 305 Euro Liefernebenkosten