Test Harley-Davidson Low Rider S (2026)
der sportlichste Cruiser im Softail-Programm – High-Output-Motor, 31,3° Schräglage, tiefschwarzes Finish
Stand: 29.4.2026 | Modell: Harley-Davidson Low Rider S (FXLRS; 2026; 2026-Neu: Milwaukee-Eight 117 High Output statt 114, längere Federbeine, neue Farben); Hersteller: Harley-Davidson Motor Company (Milwaukee, WI, USA) | Preis DE: ab 23.190 Euro (UVP inkl. MwSt.; zzgl. 560 Euro Transport/Aufbau; 4 Jahre Garantie inkl.) | Standgeräusch: bis 97 dB(A) (dokumentiert für Vorgänger – über Tirol-Grenze 95 dB(A)); vor Tirol-Touren beim Händler klären | Garantie: 4 Jahre (2 Jahre Hersteller + 2 Jahre Anschlussgarantie)
Was 2026 neu ist
Das zentrale 2026er-Update der Low Rider S ist der Motorwechsel: Statt des Milwaukee-Eight 114 kommt jetzt der Milwaukee-Eight 117 High Output zum Einsatz – das ist nicht nur mehr Hubraum, sondern die stärkste Motorabstimmung im gesamten Softail-Cruiser-Programm. Mehr dazu im Motorkapitel. Zusätzlich wurden die Federbeine hinten verlängert und die Federn optimiert, was die Schräglagenfreiheit erhöht und das Kurvenverhalten spürbar verbessert. Neue Farboptionen ergänzen das durchgehend schwarze Erscheinungsbild der Low Rider S.
Die drei Milwaukee-Eight-117-Abstimmungen – und warum High Output die stärkste ist
Im 2026er-Harley-Softail-Cruiser-Programm trägt jedes Modell den Milwaukee-Eight 117, aber in einer von drei verschiedenen Abstimmungen: Classic (Street Bob, Heritage Classic): frühes Drehmoment bei 2.750/min, auf Stadtverkehr und entspanntes Gleiten optimiert. Custom (Fat Boy, Breakout): Drehmoment und Klang im mittleren Drehzahlbereich. High Output (Low Rider S, Low Rider ST): mehr Zug im mittleren und oberen Drehzahlbereich, der rote Bereich beginnt später, man kann den Motor länger hochdrehen.
Das ist ein wesentlicher Charakterunterschied: Der High-Output-Motor liefert nicht einfach mehr PS – er schiebt dort an, wo ein Classic- oder Custom-Aggregat bereits nachlässt. Die Low Rider S will gefahren werden, nicht nur aufgesessen. Wer den Gasgriff ernst nimmt und Kurven mit Überzeugung angeht, merkt den Unterschied zu den anderen Softail-Cruisern sofort. 1.923 cm³, 116 PS; ca. 173 Nm bei 4.000/min.
Fahrwerk: 31,3° Schräglagenfreiheit
43-mm-Upside-Down-Gabel (Einrohr-Kartusche) mit Aluminium-Gabelbrücken; 56 mm Federweg. Das Zentralfederbein hinten wurde 2026 mit längeren Stoßdämpfern und optimierten Federn überarbeitet; hydraulisch einstellbare Vorspannung; ebenfalls 56 mm Federweg.
Das Ergebnis: 31,3° Schräglagenfreiheit auf beiden Seiten. Das ist für einen Cruiser dieser Klasse und dieses Gewichts ein bemerkenswert hoher Wert – vergleichbar mit sportlich orientierten Naked Bikes und deutlich besser als die anderen Softail-Cruiser-Modelle. Wer mit der Low Rider S in eine Kurve geht und Schräglage fährt, trifft nicht früher auf den Boden als er erwartet.
Die Sitzhöhe von 715 mm ist mit mittig platzierten Fußrasten kombiniert – nicht weit vorn wie bei Fat Boy oder Breakout, sondern in einer Position, die eine aktivere, leicht nach vorne orientierte Haltung erlaubt. Der Midsize-Moto-Bar-Lenker ist nach hinten gekröpft und liegt angenehm in den Händen. Die Solo-Sitzbank hat eine eingeformte Sitzmulde, die den Fahrer in Position hält statt ihn bei höherem Tempo nach hinten gleiten zu lassen.
Design: durchgehend schwarz
Die Low Rider S hat kein Chrom. Das ist keine Sparmaßnahme – das ist Programm. Motor schwarz, Auspuff schwarz, Rahmen schwarz, Felgen schwarz. Die Lackierungen spielen innerhalb dieser Rahmenbedingung mit Kontrasten und Graphics; alle Varianten behalten das durchgängig schwarze Finish, das die Low Rider S seit ihrer Rückkehr im Jahr 2020 von allen anderen Softail-Cruisern unterscheidet. Der Heavy-Breather-Einlass ist nach vorn gerichtet und optisch ein prägendes Detail – wie ein Atemzug des Motors nach vorn.
Bremsen und Elektronik
Doppelscheibenbremse vorn: 2× 300 mm, je ein 4-Kolben-Festsattel. Das ist dasselbe Setup wie bei der Heritage Classic und deutlich besser als die Einzelscheibe der Street Bob und Breakout. Bei einem sportlich gefahrenen Cruiser ist die Doppelscheibenbremse die richtige Wahl – und sie passt zum Charakter der Low Rider S. Hinten: Einzelscheibe, 2-Kolben. Das volle Elektronikpaket: C-ABS, C-TCS, C-DSCS, TPMS; drei Fahrmodi (Road, Rain, Sport); Tempomat; USB-C.
Das 4-Zoll-LC-Display in der Lenkerkonsole gibt die wichtigsten Fahrinformationen aus; für ein Motorrad, das auf dem Weg in die Kurve kein Ablenken erlaubt, ist das eine angemessene Instrumentierung. Der LED-Scheinwerfer (146 mm) und die LED-Blinker sind zum durchgehenden schwarzen Konzept zu rechnen.
Tirol-Hinweis: Standgeräusch
Das Standgeräusch der Low Rider S ist für ältere Baujahre mit bis zu 97 dB(A) dokumentiert – das liegt über der Tiroler 95-dB(A)-Grenze. Ob das 2026er-Modell mit dem 117-High-Output-Motor und der neuen 2-in-1-Auspuffanlage diesen Wert ändert, ist nicht offiziell publiziert. Wer Tirol-Touren plant, muss diesen Wert vorab beim Händler klären.
Preis und Einordnung
Ab 23.190 Euro UVP in Deutschland – zzgl. 560 Euro Transport/Aufbau und 4 Jahre Garantie. Das ist das günstigste Modell im Harley-Softail-Cruiser-Programm nach der Street Bob. Für diesen Preis bekommt man den stärksten Motor im Programm (High Output statt Classic oder Custom), Doppelscheibenbremse vorn und das beste Fahrwerk der Baureihe für Kurvenfahrt.
Direkte Vergleiche: Die Ducati Diavel V4 kostet ab ca. 28.000 Euro und bietet deutlich mehr sportliche Fahrdynamik bei anderem Charakter. Die Indian Sport Chief RT: ab ca. 22.500 Euro, 116 ci, Cruiser mit sportlichem Ansatz. Die Low Rider S ist die sinnvollste Antwort auf die Frage: „Wie viel Harley-Davidson mit wie viel Kurvenperformance für diesen Preis?“
Fazit
Die Low Rider S 2026 ist das überzeugendste Argument für Cruiser-Fahrer, die nicht glauben wollen, dass Kurven und Harley sich ausschließen. 116 PS High-Output-Motor, 31,3° Schräglage, Doppelscheibenbremse, 23.190 Euro. Das ist das sportlichste Angebot im Softail-Cruiser-Programm – und eines der ehrlichsten: kein Chrom, kein Windschild, kein Komfort-Zubehör. Nur Motor, Fahrwerk und Kurven.
Kurzcheck
+ Milwaukee-Eight 117 High Output: stärkste Motorabstimmung im Softail-Cruiser-Programm; mehr Zug im mittleren und oberen Drehzahlbereich als Classic oder Custom; Motor lässt sich länger hochdrehen – für Fahrer, die Kurven ernst nehmen
+ 31,3° Schräglagenfreiheit (2026 durch längere Federbeine verbessert): bestes Kurvensetup aller Softail-Cruiser; Doppelscheibenbremse vorn (4-Kolben-Festsattel); mittig platzierte Fußraster; Solo-Sitzbank mit Sitzmulde
+ Ab 23.190 Euro: günstigstes Modell mit High-Output-Motor im Softail-Programm; vollständiges Fahrerassistenzpaket (C-ABS, C-TCS, C-DSCS, TPMS, Tempomat); 18,9-l-Tank; 4 Jahre Garantie
+ Durchgehend schwarzes Finish ohne Chrom: konsequentester Auftritt der Low-Rider-Linie; Heavy-Breather-Einlass nach vorn gerichtet; 2-in-1-Auspuff leicht und performance-optimiert
– Standgeräusch bis 97 dB(A) (Vorgänger dokumentiert) – über der Tiroler 95-dB(A)-Grenze; 2026er-Wert nicht publiziert: vor Tirol-Touren unbedingt beim Händler klären
– 304 kg fahrfertig: für einen Sportanspruch viel Masse; im Stadtverkehr deutlich schwerer handhabbar als vergleichbare Sportnaked-Bikes; kein Motorrad für Einsteiger
– ca. 270 km Reichweite aus 18,9 l: für intensiv gefahrene Touren zum öfteren Tanken einplanen; kein Windschutz; kein Soziussitz serienmäßig
– Kein TFT, kein Navi; sportlichere Alternativen (Ducati Diavel V4, Indian Sport Chief) bieten deutlich mehr Fahrdynamik – wer primär sportlich fährt, sucht ggf. außerhalb der Harley-Welt
Technische Daten: Harley-Davidson Low Rider S (2026)
Marke / Modell: Harley-Davidson Low Rider S (FXLRS; 2026; 2026-Neu: Milwaukee-Eight 117 High Output statt 114, längere/optimierte Federbeine, neue Farben); Hersteller: Harley-Davidson Motor Company (Milwaukee, WI, USA)
Was 2026 neu ist: Milwaukee-Eight 117 High Output (Upgrade von 114; mehr Hubraum, mehr Leistung, oberes Drehzahlband); längere Federbeine hinten (optimierte Federn, höhere Schräglagenfreiheit); neue Farboptionen
Motor-Abstimmung im Vergleich: Classic (Street Bob, Heritage Classic): frühes Drehmoment, entspanntes Gleiten. Custom (Fat Boy, Breakout): Drehmoment und Klang im mittleren Drehzahlbereich. High Output (Low Rider S, Low Rider ST): mehr Zug im mittleren/oberen Bereich, späterer roter Bereich.
Motor: Luft- und ölgekühlter 45°-V-Twin Milwaukee-Eight 117 High Output; 1.923 cm³; 2 Ventile pro Zylinder; Heavy Breather-Einlass (nach vorn gerichtet); 2-in-1-Auspuffanlage (leicht, performance-optimiert); Einspritzung; Anti-Hopping-Kupplung; Euro 5+
Leistung: 116 PS (85 kW) bei 5.020/min
Drehmoment: 173 Nm bei 4.000/min
Vmax / Verbrauch: ca. 190 km/h, ca. 5,5 l/100 km, ca. 270 km Reichweite
Tank / Gewicht: 18,9 l; ca. 304 kg fahrfertig
Getriebe / Antrieb: 6-Gang; Zahnriemen
Elektronik: C-ABS; C-TCS; C-DSCS; TPMS; 3 Fahrmodi (Road, Rain, Sport); Tempomat; USB-C; 4-Zoll-LC-Display (Lenkerkonsole)
Gabel: 43-mm-Upside-Down (Einrohr-Kartusche); Aluminium-Gabelbrücken; Federweg 56 mm
Federbeine: Verstecktes Freikolben-Zentralfederbein; hydraulisch einstellbare Vorspannung; Federweg 56 mm; 2026: längere Stoßdämpfer, optimierte Federn
Schräglagenfreiheit: 31,3° links und rechts (beste Schräglagenfreiheit aller Softail-Cruiser)
Bremse vorn: 2× 4-Kolben-Festsattel; Doppelscheibe 300 mm; C-ABS
Bremse hinten: 2-Kolben-Sattel; Einzelscheibe; ABS
Räder: Schwarz; 19 Zoll vorn; 16 Zoll hinten
Reifen: Dunlop; 130/90B19 vorn; 160/70B17 hinten
Ergonomie: Sitzhöhe ca. 680–690 mm; Midsize-Moto-Bar-Lenker (nach hinten gekröpft); mittig platzierte Fußrasten; Solo-Sitz mit Sitzmulde; durchgehend schwarzes Finish (kein Chrom)
Standgeräusch: Bis 97 dB(A) (dokumentiert für Vorgänger – über Tirol-Grenze 95 dB(A)); 2026er-Wert nicht offiziell publiziert: vor Tirol-Touren beim Händler klären
Farben 2026: Beim Händler aktuelle Farboptionen erfragen; durchgehend schwarzes Finish serienmäßig
Garantie / Service: 4 Jahre (2 Jahre Herstellergarantie + 2 Jahre Händler-Anschlussgarantie); weltweites Händlernetz
Preis (D): ab 23.190 Euro (zzgl. 560 Euro Transport/Aufbau)