Test Husqvarna Svartpilen 401 (2026)
Der schwarze Pfeil für Stadtfahrer, die mehr wollen
Stand: 17.7.2026 | Modell: Husqvarna Svartpilen 401 (2026; 399 ccm Einzylinder; Urban Naked/Scrambler; A2; Mk2-Generation seit 2024); Hersteller: Husqvarna Motorcycles GmbH (Mattighofen, Österreich; Pierer Mobility / Bajaj Auto) | Preis DE: 6.794 Euro zzgl. Nebenkosten | Standgeräusch: nicht publiziert | Garantie: 4 Jahre
Svartpilen. Auf Schwedisch: Schwarzer Pfeil. Der Name ist Teil des Husqvarna-Design-Konzepts seit der Markteinführung 2017: Vitpilen (Weißer Pfeil) ist der Café-Racer, Svartpilen (Schwarzer Pfeil) ist der Scrambler. Beide nutzen denselben Motor, beide sind aus einem Designkonzept entstanden, das Husqvarna nach der Integration in den Pierer-Konzern eigenständig positionieren sollte.
2024 hat Husqvarna die 401er-Modelle grundlegend erneuert: neuer großerer Motor (von 374 ccm auf 399 ccm), niedrigere Sitzhöhe (820 mm, 15 mm tiefer als vorher), breiteres Chassis, 5-Zoll-TFT statt LC-Display, Supermoto-ABS neu. Für 2026 unverändert – die Mk2-Generation ist das ausgereifte Resultat dieses Updates.
399 ccm, 44 PS, 39 Nm: der Stadtmotor
398,6 Kubik. Einzylinder. Flüssigkeitsgekühlt. DOHC. Bosch EMS. Ride-by-Wire. Dellorto 46-mm-Drosselklappe. 89×64 mm Bohrung-Hub. 44 PS (33 kW) bei 8.500/min. 39 Nm bei 7.000/min. 6-Gang-Geriebe. Quickshifter serienmäßig (bidirektional). Euro 5+. A2. 10.000 km Wartungsintervalle.
1000PS (GREGOR) nach dem 2024er-Update-Test: „anständiger Druck aus dem Einzylinder, top Quickshifter, wenig Vibrationen.“ Das ist die Beschreibung eines Motors, der in der Stadt das Richtige tut: frühes Drehmoment bei 7.000/min, Quickshifter für schnelle Gangwechsel ohne Kuppeln, vibrationsarmer Lauf. Kein Hochdrehzahl-Motor, sondern ein geschmeidiger Alltags-Einzylinder. 13-Liter-Tank. Reichweite ca. 300 km.
159 kg, 820 mm: leicht und zugänglich
159 kg Trockengewicht. Das ist recht leicht, aber nicht sensationell. Für ein Motorrad mit 44 PS im Stadtbetrieb ist 159 kg trocken ein gutes Leistungsgewicht. 820 mm Sitzhöhe. Das ist nicht zu hoch. Für Fahrer ab ca. 1,70 m: beidseitig vollständiger Fußkontakt.
WP APEX Fahrwerk, 150 mm, Supermoto-ABS
WP APEX Open-Cartridge-Gabel vorn: 43 mm, 150 mm Federweg, einstellbar in Druck- und Zugstufe. WP APEX Monoshock hinten: 150 mm, progressiv, Vorspannung + Zugstufe einstellbar. Das ist das Fahrwerk der Husqvarna 701 Supermoto in kleiner. 180 mm Bodenfreiheit. Radstand knackige 1.368 mm.
Das ABS-System hat vier Einstellungen: Straße, Kurven-ABS, Supermoto, Supermoto+. Das Supermoto-ABS-Konzept kennt das von der 701 Supermoto: Hinterrad-Rutschen beim Bremsen ist erlaubt. Das ist in einem 44-PS-Stadtmotorrad für Trackday-Enthusiasten auf kleinem Budget der richtige Ansatz. 1000PS kritisiert allerdings die Bremsen: „wenig bissstarke Bremsen, die den Fahrspaß etwas trüben.“ Das ist die Einschränkung, die vor einem Trackday-Einsatz beachtet werden sollte.
Pirelli Scorpion Rally STR auf schlauchlosen Speichenrädern
17-Zoll-Speichenräder, schlauchloses System. Pirelli Scorpion Rally STR serienmäßig. 110/70-17 vorn, 150/60-17 hinten. Das ist dieselbe Reifenwahl wie bei der Husqvarna Norden 901 und der KTM 390 Adventure R – ein Mixed-Profil, das auf Asphalt taugt und auf Schotter nicht verloren ist. Schlauchloses System: Pannensicherheit wie bei allen schlauchlosen Speichenrädern, schnell und bequem sind platte Reifen repariert. Für ein Stadtmotorrad mit Scrambler-Optik ist der Pirelli STR die konsequentere Wahl als reine Straßenreifen.
5-Zoll-TFT, Bluetooth, Navigation, Audioplayer
5-Zoll-TFT-Display. Bluetooth-Konnektivität. Turn-by-Turn-Navigation über die Ride-Husqvarna-Motorcycles-App. Audioplayer-Steuerung über das Display. Das ist mehr TFT, als die meisten Motorräder in dieser Preisklasse bieten. 1000PS: „Das neue Display ist schöner anzuschauen und bietet praktischen Nutzen“. Das ist das Update, das die Mk2-Generation von der Vorgänger-Svartpilen am deutlichsten unterscheidet.
6.794 Euro und die Konkurrenz
6.794 Euro. 48 Monate Garantie Zum Vergleich: KTM 390 Duke (technische Schwester, Orange, 44 PS): gleicher Preis. Royal Enfield Guerrilla 450 Apex: 5.690 Euro; 40 PS; ebenfalls TFT, aber kein Supermoto-ABS, kein Quickshifter serienmäßig. Die Svartpilen 401 kostet ähnlich wie die Konkurrenz und bringt Quickshifter serienmäßig, Supermoto-ABS, Pirelli STR auf Speichenrädern und ein 5-Zoll-TFT mit Navigation. Das ist der Serienausstattungs-Vorteil.
Fazit
Die Husqvarna Svartpilen 401 2026 ist das A2-Stadtmotorrad für Fahrer, die Charakter über Durchschnittlichkeit stellen. 44 PS stark, 159 kg leer, 820 mm hoch, Quickshifter serienmäßig, Supermoto-ABS, Pirelli STR, 5-Zoll-TFT. 6.794 Euro. 1000PS: „agiles Funbike mit anständigem Druck und wenig Vibrationen. Bremsen kein Highlight.“ Charakter: unverwechselbar. Das ist die Kaufentscheidung.
Kurzcheck
+ Quickshifter serienmäßig (bidirektional): in dieser Preisklasse kein Standard.
+ Supermoto-ABS + Kurven-ABS (4 Modi): Hinterrad-Rutschen beim Bremsen erlaubt.
+ Pirelli Scorpion Rally STR auf schlauchlosen 17-Zoll-Speichenrädern: Scrambler-tauglich ab Werk.
+ 159 kg trocken: eines der leichteren A2-Motorräder.
+ 820 mm Sitzhöhe: zugänglich ab ca. 1,70 m.
+ WP APEX Fahrwerk voll einstellbar (Druck+Zug vorn; Vorspannung+Zugstufe hinten).
+ 5-Zoll-TFT mit Bluetooth, Navigation und Audioplayer: umfangreichstes Display dieser Preis-/Leistungsklasse.
+ Design: schwarze Pfeile, Flyscreen, Motorschutz, ringförmige LED – unverwechselbar.
+ 48 Monate Garantie.
– Bremsen 'etwas lasch, wenig bissstark' (1000PS-Fahrbericht): kein Trackday-Highlight.
– 150 mm Federweg: kurz für Schotterpisten; eher Urban-Scrambler als Enduro.
– Kein Soziusbetrieb vorgesehen (Einsitzer-Konzept ohne Sozius-Option ab Werk).
Technische Daten: Husqvarna Svartpilen 401 (2026)
Marke / Modell: Husqvarna Svartpilen 401 (2026; Mk2-Generation seit 2024; 399 ccm Einzylinder; Urban Naked/Scrambler; A2); Hersteller: Husqvarna Motorcycles GmbH (Mattighofen, Österreich; Pierer Mobility / Bajaj Auto)
Motor: 398,6 ccm; Einzylinder flüssigkeitsgekühlt.; DOHC; Bosch EMS; Ride-by-Wire; 89x64 mm; 44 PS (33 kW); 39 Nm bei 7.000/min; 6-Gang; Quickshifter serienmäßig; Euro 5+; A2; 10.000 km Wartungsintervalle
Fahrwerk vorn: WP APEX Open-Cartridge-Gabel; 43 mm; 150 mm Federweg; einstellbar Druck+Zugstufe
Fahrwerk hinten: WP APEX Monoshock; 150 mm; progressiv; Vorspannung + Zugstufe einstellbar; Stahl-Gitterrohrrahmen; Radstand 1.368 mm; Bodenfreiheit 180 mm
Bremsen: Vierkolben-Bremssattel vorn; 2-Kanal-ABS; Kurven-ABS; Supermoto-ABS (Hinterrad-Rutschen erlaubt)
Räder / Reifen: 17-Zoll-Speichenräder, schlauchloses System; Pirelli Scorpion Rally STR (110/70-17 vorn / 150/60-17 hinten)
Gewicht / Sitzhöhe: 159 kg trocken; Sitzhöhe 820 mm (–15 mm gegenüber Mk1); 13 L Tank
Elektronik: Ride-by-Wire; Kurven-ABS + Supermoto-ABS (4 Modi); Traktionskontrolle; Fahrmodi; Quickshifter serienmäßig; 5-Zoll-TFT-Display (Bluetooth, Navigation, Audioplayer); LED inkl. Tagfahrlicht; ringförmige LED-Positionsleuchte
Design: Flyscreen serienmäßig; Motorschutz serienmäßig; schwarze Farbgebung; schmales Bodywork; schwedisch-inspirierte Grafiken in dunklen Tönen
Standgeräusch: Nicht publiziert (Tirol-Grenzwert 95 dB(A))
Garantie: 4 Jahre
Preis (D): 6.794 Euro + Nebenkosten