Test Indian Chief Bobber Dark Horse (2026)

163 Nm, 662 mm Sitzhöhe, 91 dB(A) – das kompromissloseste amerikanische Bobber-Erlebnis

Thunderstroke 116, luftgekühlt, V-Twin, 1.890 ccm, 90 PS, 163 Nm bei 2.900/min, 6-Gang, Riemen, Hinterzylinder-Deaktivierung. 315 kg fahrbereit, 662 mm Sitzhöhe, 125 mm Bodenfreiheit. 16-Zoll-Drahtspeichenräder, Metzeler Cruisetec. 132 mm Federweg vorn, 75 mm hinten. 4-Zoll-RIDE-COMMAND-Touchscreen, Navigation, Bluetooth, 3 Fahrmodi, Keyless, Tempomat, ABS. 9 dB(A) (Tirol-konform). Solositz serienmäßig

Stand: 17.4.2026 | Modell: Indian Chief Bobber Dark Horse (2026; laufendes Modell; Bobber/Cruiser; A-Führerschein); Hersteller: Indian Motorcycle (Minnetonka, MN, USA; Tochter von Polaris Industries) | Preis DE: 21.790 Euro + Nebenkosten | Standgeräusch: 91 dB(A) (EU-Typgenehmigung; Tirol-konform; < 95 dB(A)-Grenzwert) | Garantie: 5 Jahre unbegrenzte Kilometerzahl (Indian-Standard)

Was der Name sagt: Bobber, Dark Horse, Chief

Indian Motorcycle ist die älteste amerikanische Motorradmarke in Serienproduktion, gegründet 1901. Der Chief ist das Flaggschiff der Marke seit den 1920er-Jahren. Das Dark-Horse-Suffix steht für die schwarze Hochglanz-Lack-Philosophie: alle metallischen Komponenten, die normalerweise poliert oder chromglänzend sind, kommen in Schwarz. Gabel, Stoßdämpferabdeckungen, Scheinwerfer-Nacelle, Felgen. Das Bobber-Suffix beschreibt die Körperform: abgehackte Fender (Bobbed Fenders), minimalistischer Solositz, tiefe Sitzhöhe, Mini-Ape-Lenker, vorverlegte Fußrasten.

Das Ergebnis ist ein Fahrzeug, das in jeder Hinsicht eine Aussage ist – vor dem Fahren. Die Chief Bobber Dark Horse ist kein Alltagswerkzeug, kein Touring-Motorrad, keine Reiseenduro. Sie ist ein Ausdruck einer Fahrerphilosophie, die seit den 1940er-Jahren in der amerikanischen Motorradkultur verwurzelt ist: Stil, Haltung, Drehmoment.

Thunderstroke 116: 163 Nm bei 2.900/min

1.890 ccm. Luftgekühlt. V-Twin. 103,2 mm Bohrung, 113 mm Hub – ein langhubiger Motor, der für massives Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen konstruiert ist. 163 Nm (120 ft-lbs) Spitzendrehmoment bei 2.900/min. Das bedeutet: volles Drehmoment beim zweiten Gang aus dem Kreisverkehr. Kein Hochdrehen, kein Warten. 6-Gang-Getriebe. Riemenantrieb. 54-mm-EFI-Einspritzung. Verdichtung 11:1.

Indian veröffentlicht die PS-Zahl offiziell nicht – das ist eine amerikanische Cruiser-Tradition. Händler nennen 90 PS, was mit der Drehmoment-Charakteristik des Motors konsistent ist. Wer PS-Zahlen vergleicht, ist hier fehl am Platz: Drehmoment ist die Sprache dieses Motors. Hinterzylinder-Deaktivierung (Rear Cylinder Deactivation) serienmäßig: bei Standzeiten und langsamem Stadtverkehr schaltet der Motor automatisch auf Einzylinder-Betrieb, reduziert Temperatur und Verbrauch.

662 mm Sitzhöhe: tiefer geht nicht

662 mm. Das ist eine der niedrigsten Sitzhöhen im gesamten deutschen Motorradmarkt. Auf amerikanisch: 26 Zoll niedrig. Bei 315 kg Gesamtgewicht ist das keine Selbstverständlichkeit: der Schwerpunkt liegt tief, der Fahrer sitzt tief, beide Füße erreichen mit etwas Körpergröße sicher den Boden. Die vorverlegten Fußrasten und der Mini-Ape-Lenker schaffen eine Haltung, die auf Englisch „authoritative“ heißt: souverän, groß, mit dem Wind. Das ist die Bobber-Ergonomie.

315 kg fahrbereit. Das ist ein schwerer Brocken. 125 mm Bodenfreiheit. Wer mit einem 315-kg-Motorrad auf Schotter-Wege abbiegt: Das Fahrwerk lässt es physikalisch zu, aber die Bobber-Philosophie tut es nicht. Die Chief Bobber Dark Horse ist ein reines Straßenmotorrad.

RIDE COMMAND: 4-Zoll-Touchscreen, Navigation, 3 Fahrmodi

4-Zoll-Rund-Touchscreen, via RIDE COMMAND: GPS-Navigation, Bluetooth-Smartphone-Kopplung (Musik, Telefon), Fahrdaten (Drehzahl, Geschwindigkeit, Tankstand, Gang, Temperatur), TPMS-Status, Fahrzeuginformationen, Fahrmodus-Auswahl. Drei Fahrmodi: Tour, Standard, Sport. Das ist mehr Elektronik als viele Mitbewerber in dieser Cruiser-Klasse bieten: Harley-Davidson ähnlicher Klasse kostet TFT-Navigation Aufpreis. Bei Indian Dark Horse ist es serienmäßig. Keyless Ignition serienmäßig. USB-Ladeanschluss. 12V-Anschluss. Tempomat serienmäßig.

91 dB(A): Tirol-konform, aber hörbar

91 dB(A) Standgeräusch laut EU-Typgenehmigung. Das ist 4 dB(A) unter der Tiroler Grenze von 95 dB(A). Tirol-Fahrverbot nicht anwendbar. 4 dB(A) klingen nach wenig; auf der logarithmischen Schallskala entspricht das einer deutlich anderen Wahrnehmung. Die Chief Bobber Dark Horse klingt nach einem großen amerikanischen V-Twin. Das ist kein Fehler, sondern ein Kaufargument für einen Teil der Zielgruppe.

Solositz serienmäßig, Soziustüchtigkeit optional

Die Chief Bobber Dark Horse hat serienmäßig einen Solositz. Soziussitz und Sozius-Fußrasten sind über Indian-Originalzubehör erhältlich. Das ist ein Kaufaspekt, der vor dem Kauf geklärt sein sollte: Wer regelmäßig mit Soziusfahrer unterwegs ist, muss das Zubehör einplanen. Tankinhalt: 15,1 Liter; Verbrauch 5,5 l/100 km; Reichweite ca. 270 km. Für Tagestouren und Wochenendausflüge: ausreichend. Für lange Touring-Etappen: Tankplanung erforderlich.

Preis und Marktposition

Aktuelle Neufahrzeug-Inserate zeigen eine große Preisspanne: 16.690–21.790 Euro, je nach Händler. Das ist die typische Cruiser-Preisvarianz: Aufpreiszubehör, verschiedene Farben und Händlermargen erklären die Spanne. Beim Händler Basis-Listenpreis anfragen. Harley-Davidson Street Bob ab 17.500 Euro. Indian Chief Bobber Dark Horse liegt preislich ähnlich und bietet mehr serienmäßige Elektronik (RIDE COMMAND mit Navigation vs. optionale Zusatzkosten bei HD).

Fazit

Die Indian Chief Bobber Dark Horse 2026 ist das ein schweres, tiefes, drehmomentstarkes und ur-amerikanisches Motorrad: 315 kg, 662 mm, 163 Nm bei 2.900/min, RIDE COMMAND serienmäßig, Keyless, Tempomat, 3 Fahrmodi, ABS, Hinterzylinder-Deaktivierung, 91 dB(A) Tirol-konform. Für Fahrer, die ein ausdrucksstarkes amerikanisches Cruiser-Erlebnis suchen und keine Kompromisse mit dem Stil eingehen wollen: das klar positionierteste Fahrzeug dieser Testreihe.

 

Kurzcheck

 

+ 163 Nm bei 2.900/min: ein hohes Drehmoment. Schon im zweiten Gang bei Stadtgeschwindigkeit.

+ 662 mm Sitzhöhe: niedrige Sitzposition; tiefer Schwerpunkt trotz 315 kg.

+ RIDE COMMAND 4-Zoll-Touchscreen mit GPS-Navigation, Bluetooth, 3 Fahrmodi, Fahrdaten: serienmäßig (HD-Konkurrenz: Aufpreis). Keyless, Tempomat, Hinterzylinder-Deaktivierung, ABS, USB, 12V serienmäßig.

+ 91 dB(A) Tirol-konform. 16-Zoll-Drahtspeichenräder mit Metzeler Cruisetec serienmäßig.

+ 5 Jahre Garantie, unbegrenzte Kilometer. Drei Farben (Black Smoke, Ghost White Metallic Smoke, Moss Green).

+ Starke Markenpräsenz: Indian ist Nordamerikas älteste Motorradmarke in Serienproduktion.

 

315 kg fahrbereit: schweres Motorrad. Rangieren und Aufstellen erfordern Übung. 125 mm Bodenfreiheit: reine Straßenfahrt. Solositz serienmäßig; Soziussitz und -rasten als Zubehör gegen Aufpreis.

5,5 l/100 km / ca. 270 km Reichweite: für lange Etappen Tankplanung erforderlich (15,1-L-Tank

Indian-Händlernetz kleiner als bei japanischen oder deutschen Marken. Preisspanne bei Händlern groß (16.690–21.790 Euro); Basispreis beim Händler erfragen.

 

 

Technische Daten: Indian Chief Bobber Dark Horse (2026)

 

Marke / Modell: Indian Chief Bobber Dark Horse (2026; laufendes Modell; Bobber/Cruiser; A-Führerschein); Hersteller: Indian Motorcycle (Minnetonka, MN, USA; Polaris Industries)

Motor: Thunderstroke 116; luftgekühlt; V-Twin; 1.890 ccm (116 cu-in); Bohrung 103,2 mm / Hub 113 mm; Verdichtung 11:1; 54-mm-EFI (Closed Loop); 90 PS; 163 Nm (120 ft-lbs) bei 2.900/min; Dual-Auspuff mit Crossover; Hinterzylinder-Deaktivierung serienmäßig

Antrieb: 6-Gang-Getriebe; Riemenantrieb (Zahnriemen); Nass-Mehrscheibenkupplung

Führerschein: A (Leistung > A2-Grenze; Fahrerlaubnis Klasse A erforderlich)

Gewicht / Sitzhöhe: 304 kg Trockengewicht / 315 kg fahrbereit; Sitzhöhe 662 mm (niedrigste dieser Testreihe); Bodenfreiheit 125 mm; GVWR 522 kg

Abmessungen: L × B × H: 2.286 × 915 × 1.349 mm; Radstand 1.626 mm; Lenkkopfwinkel 29°; Nachlauf 132 mm

Fahrwerk vorn: 46-mm-Teleskopgabel; 132 mm Federweg; Gabelabdeckungen (Shock Covers) serienmäßig

Fahrwerk hinten: Dual-Stoßdämpfer mit einstellbarer Federvorspannung; 75 mm Federweg; Stoßdämpferabdeckungen serienmäßig

Bremsen: 300-mm-Scheibe vorn (4-Kolben-Zange); 300-mm-Scheibe hinten (2-Kolben-Zange); ABS

Räder / Reifen: Drahtspeichenräder 16 Zoll vorn (3 in) und hinten (5 in); Metzeler Cruisetec (130/60 B16 73H vorn; 180/65 B16 81H hinten)

Tank / Reichweite: 15,1 Liter; Verbrauch 5,5 l/100 km; Reichweite ca. 270 km

Elektronik / Ausstattung: RIDE COMMAND: 4-Zoll-Rund-IPS-Touchscreen (101 mm), GPS-Navigation, Bluetooth (Telefon + Audio), Fahrdaten, TPMS-Status, 3 Fahrmodi (Tour/Standard/Sport), Gang- und Drehzahlanzeige. Keyless Ignition; Tempomat; ABS; USB-Ladeanschluss; 12V-Anschluss; Hinterzylinder-Deaktivierung; LED-Beleuchtung vollständig

Design-Merkmale: Mini-Ape-Lenker; vorverlegte Fußrasten; Solositz (Sozius via Zubehör); 16-Zoll-Drahtspeichenräder; Gabel- und Stoßdämpferabdeckungen; großer Scheinwerfer mit Nacelle; Bobbed Fenders; vollschwarzes Hochglanz-Finish (Dark Horse)

Soziusfahrer: Solositz serienmäßig; Soziussitz + Fußrasten als Indian-Originalzubehör erhältlich

Standgeräusch: 91 dB(A) (EU-Typgenehmigung; Tirol-konform; < 95 dB(A)-Grenzwert; lauter V-Twin-Charakter)

Garantie: 5 Jahre unbegrenzte Kilometerzahl (Indian-Standard)

Farben 2026: Black Smoke; Ghost White Metallic Smoke; Moss Green

Konkurrenz: Harley-Davidson Street Bob: ca. 17.500 Euro; 156 Nm; 293 kg; kein serienmäßiges TFT-Navi. Kawasaki VN900 Bobber: ca. 10.500 Euro; 902 ccm; 74 Nm; 226 kg. Indian Chief Dark Horse (Cruiser, keine Bobber-Optik): 19-Zoll vorn, aufrechter. Indian Chief Bobber Dark Horse ist die Bobber-Spitze der Chief-Linie.

Preis (D): 21.790 Euro + Nebenkosten. Aktuelle Neufahrzeug-Inserate: 16.690–20.580 Euro (große Händlerpreisspanne).