Test Indian Chief Dark Horse (2026)

Thunderstroke 116, 156 Nm, 662 mm – schwarzer Purismus

Die Chief Dark Horse ist Indians puristischste Interpretation des Cruiser-Konzepts: Thunderstroke-116-V-Twin, 156 Nm, 662 mm Sitzhöhe, 19-Zoll-Vorderrad, gechoppte Fender, Drag-Lenker, mittig montierte Fußrasten, Solositz, freiliegende hintere Stoßdämpfer. Alles schwarz. Keyless-Go, USB-Ladeanschluss, Fahrmodi, ABS, 4-Zoll-TFT mit Ride Command, Metzeler CruiseTec serienmäßig. 2 Jahre Garantie. Für Fahrer, die einen Cruiser ohne Kompromiss wollen.

Stand: 17.7.2026 | Modell: Indian Chief Dark Horse (2026; Thunderstroke 116; 1.890 ccm V-Twin; Cruiser; A-Führerschein); Hersteller: Indian Motorcycle Company (Spirit Lake, Iowa, USA; Polaris Industries) | Preis DE: 19.390 Euro zzgl. Nebenkosten | Standgeräusch: nicht publiziert | Garantie: 5 Jahre Herstellergarantie

Amerikas älteste Motorradmarke. Das ist das Argument, mit dem Indian Motorcycle seit der Wiederbelebung der Marke 2011 antritt. Gegründet 1901. Älter als Harley-Davidson (1903). Die Chief-Modelllinie seit 1922. Die Chief Dark Horse ist 2021 als Teil der neu entwickelten Chief-Plattform eingeführt worden – zum 100-jährigen Jubiläum der Chief-Baureihe. Das Konzept: All-Black, kein Chrom, keine Überflüssigkeit. Nur das, was ein Cruiser braucht.

indianmotorcycle.de beschreibt es so: „Das schlichte, zweckmäßige Design mit den gechoppten Fendern, den sichtbaren hinteren Stoßdämpfern und dem geschweißten Stahlrohrrahmen, der von Front- bis Heckfender in glänzendem Schwarz lackiert ist, zieht alle Blicke auf sich.“ Das ist der Chief-Dark-Horse-Charakter in einem Satz. Es geht ums Aussehen, um Stil.

Thunderstroke 116: 156 Nm, warum das zählt

1.890 Kubik. V-Twin. Luft-/ölgekühlt. Thunderstroke 116. 90 PS bei 3.200/min. 156 Nm. 6-Gang-Getriebe. Riemenantrieb. Das ist der Motor, mit dem Indian seine Chief-Baureihe antreibt. 156 Nm aus einem luft-/ölgekühlten V-Twin: das ist das Drehmoment-Profil eines amerikanischen Cruiser-Motors. Früh und viel untenrum. Keine Drehzahl, kein Hochdrehen, keine Anstrengung.

Indian.de: „Der luftgekühlte Thunderstroke 116 erzeugt gewaltige 156 Nm Drehmoment für Überholpower in allen 6 Gängen.“ Das klingt nach Marketing. Es beschreibt aber präzise, warum ein Cruiser-Motor mit diesem Drehmoment-Charakter auf der Landstraße entspannter zu fahren ist als ein hochdrehender Einzylinder: Kein Schalten benötigt wo andere längst schalten müssen. Riemenantrieb: wartungsarm, leise, geräuscharm.

662 mm und das Cruiser-Konzept

662 mm Sitzhöhe. Das ist einer der niedrigsten Sitzhöhe. Niedriger als die Harley-Davidson CVO Street Glide Limited (Touring, ca. 700 mm), niedriger als Retro-Nakeds wie die Royal Enfield Bullet 350 (805 mm), niedriger als alle Adventure-Motorräder (teils jenseits 900 mm). Aber hier: Cruiser-Sitzhöhe. Der Boden ist immer nah. Die Sitzposition – mittig montierte Fußrasten, Drag-Lenker, tiefer Solositz – ist die eines Motorrads, das für entspanntes Gleiten gebaut ist, nicht für sportliche Kurventechnik.

Das 19-Zoll-Vorderrad ist Gussrad mit Machine-Highlighted-Finish in Schwarz. Es ist das visuelle Merkmal, das die Chief Dark Horse von der Chief Bobber Dark Horse unterscheidet: Die Bobber hat Speichenräder und Mini-Ape-Lenker. Die Chief Dark Horse hat Gussräder und Drag-Lenker. Beide sind schwarz. Beide haben denselben Motor.

4-Zoll-TFT mit Ride Command und Fahrmodi

4-Zoll-Touchscreen-TFT im klassischen Rundinstrument-Design. Ride Command System: Navigation, Bluetooth, Telefon-Konnektivität, Fahrzeugstatus (Reifendruck, Ölwechsel-Anzeige), aktuelle Fahrdaten, Tageskilometerzähler, Ganganzeige. Drei Fahrmodi: Tour, Standard, Sport. ABS serienmäßig. Schlosslose Zündung. USB-Ladeanschluss. Metzeler CruiseTec serienmäßig. Das ist die vollständige Elektronik-Ausstattung für ein Cruiser-Motorrad dieser Klasse: mehr als die Royal Enfield Interceptor 650, weniger als die Harley-Davidson CVO.

Chief Dark Horse vs. Chief Bobber Dark Horse: die Kaufentscheidung

Beide Modelle nutzen denselben Thunderstroke-116-Motor, dieselbe Chief-Plattform, dasselbe All-Black-Konzept. Was sie trennt: Lenker (Drag vs. Mini-Ape), Räder (Gussrad vs. Speichenrad), Gesamtoptik (flacher Cruiser vs. Bobber-Silhouette), Gewicht (Chief Dark Horse ca. 304 kg leer vs. Chief Bobber Dark Horse 315 kg fahrfertig). Preis: Die Chief Bobber Dark Horse liegt um 2.400 Euro höher. Die Chief Dark Horse ist günstiger, tiefer, weniger Bobber. Beide richtig für verschiedene Geschmäcker.

Preis und 2 Jahre Garantie

Ab 19.390 Euro zzgl. Nebenkosten. Eine Chief Bobber Dark Horse liegt mit 21.790 Euro klar höher. 5 Jahre Herstellergarantie (Indian Motorcycle Standard) haben beide, ein Spitzenwert.

Fazit

Die Indian Chief Dark Horse ist der schwarz-puristische American Cruiser dieser Testreihe: Thunderstroke 116, 156 Nm, 662 mm, 19-Zoll-Gussrad, Drag-Lenker, gechoppte Fender, Solositz, freiliegende Stossdämpfer. 4-Zoll-TFT mit Ride Command, 3 Fahrmodi, ABS, Metzeler CruiseTec. Alles schwarz. Kein Chrom. 5 Jahre Garantie. Für Fahrer, die einen American Cruiser mit klarer Identität wollen.

 

Kurzcheck

 

+ Thunderstroke 116: 156 Nm Drehmoment; frühes, entspanntes Überholen in allen Gängen.

+ 662 mm Sitzhöhe: einer der niedrigsten Sitzhöhen; maximale Erreichbarkeit.

+ Ride Command 4-Zoll-TFT: Navigation, Bluetooth, Fahrzeugstatus, Fahrmodi (Tour/Standard/Sport).

+ Riemenantrieb: wartungsarm, leise, geräuscharm.

+ All-Black-Konzept: konsequentes Design-Statement ohne Chrom-Kompromisse.

+ 19-Zoll-Vorderrad, gechoppte Fender, sichtbare hintere Stoßdämpfer: Cruiser-Purismus ab Werk.

+ Metzeler CruiseTec serienmäßig; schlosslose Zündung; USB-Ladeanschluss; ABS; LED.

+ 5 Jahre Herstellergarantie.

 

Standgeräusch nicht publiziert (Tirol-Relevanz).

90 PS: für die Motorleistung vergleichsweise wenig; Drehmoment ist das eigentliche Kaufargument.

Kein Soziusbetrieb: Solositz serienmäßig; Sozius-Option als Zubehör.

Keine verstellbaren Federbeine: sportliche Fahrwerk-Anpassung nicht vorgesehen.

 

 

Technische Daten: Indian Chief Dark Horse (2026)

 

Marke / Modell: Indian Chief Dark Horse (2026; Thunderstroke 116 V-Twin; 1.890 ccm; Cruiser; A-Führerschein); Hersteller: Indian Motorcycle Company (Spirit Lake, Iowa, USA; Polaris Industries). Modell seit 2021 (100. Jubiläum Chief-Baureihe).

Motor: Thunderstroke 116; luft-/ölgekühlter V-Twin 45°; 1.890 ccm; 90 PS bei 3.200/min; 156 Nm; 6-Gang-Getriebe; Riemenantrieb

Fahrwerk: Teleskopgabel vorn (abgedeckt); freiliegende hintere Stoßdämpfer; geschweißter Stahlrohrrahmen Doppelschleife; Radstand 1.626 mm; Bodenfreiheit 125 mm

Räder / Reifen: 19 Zoll Gussrad vorn (Machine-Highlighted Cast Black); 16 Zoll hinten; Metzeler CruiseTec serienmäßig; ABS-System

Gewicht / Sitzhöhe: Ca. 304 kg Leergewicht; Sitzhöhe 662 mm

Tank / Verbrauch: 15,1 Liter; ca. 5,5 l/100 km; Reichweite ca. 270 km

Elektronik: 4-Zoll-TFT Touchscreen Ride Command: Navigation, Bluetooth, Fahrzeugstatus (Reifendruck, Ölwechsel), Fahrdaten, Ganganzeige; 3 Fahrmodi (Tour/Standard/Sport); ABS; schlosslose Zündung; USB-Ladeanschluss; LED vollständig

Design-Merkmale: All-Black (glänzendes Schwarz Front bis Heck); gechoppte Fender; Drag-Lenker; Solositz; mittig montierte Fußrasten; schlanker Scheinwerferkorb; freiliegende hintere Stoßdämpfer

Chief Dark Horse vs. Chief Bobber Dark Horse: Chief Dark Horse: Gussräder (19/16 Zoll), Drag-Lenker, flacher Cruiser, ca. 304 kg leer, günstigstes Modell. Chief Bobber Dark Horse: Speichenräder, Mini-Ape-Lenker, Bobber-Silhouette, 315 kg fahrfertig, ca. 21.790 Euro. Beide: Thunderstroke 116, All-Black, Ride Command, 91 dB(A).

Standgeräusch: nicht publiziert (Chief Bobber Dark Horse: 91 dB(A) laut Typgenehmigung; Chief Dark Horse vermutlich identisch; Tirol-konform)

Garantie: 5 Jahre Herstellergarantie (Indian Motorcycle)

Preis (D): 19.390 + Nebenkosten