Test Kawasaki Z 900 SE (2026)

Showa SFF-BP voll einstellbar, Öhlins S46, Brembo M4.32 – die goldene Gabel macht den Unterschied

124 PS, 97 Nm, Showa SFF-BP voll einstellbar, Öhlins S46 einstellbar, Brembo M4.32 mit Stahlflexleitungen, 6-Achsen-IMU, Quickshifter, Tempomat, USB-C, 214 kg, 830 mm, 94 dB – Tirol-konform. 1.150 Euro Aufpreis über der Basis für erheblich mehr Fahrwerk und Bremse.

Stand: 10.4.2026 | Modell: Kawasaki Z 900 SE (2026) | Preis: 12.320 Euro inkl. Überführung | Garantie: 4 Jahre | Standgeräusch: 94 dB(A) – Tirol-konform | MY2026 technisch identisch mit MY2025, neue Farbe

 

Was die SE von der Basis unterscheidet: drei konkrete Upgrades für 1.150 Euro Aufpreis

Motor, Elektronik, Ergonomie und Geometrie sind bei SE und Basismodell identisch. Die SE-Mehrausstattung beschränkt sich auf drei Bereiche: erstens die Gabel, zweitens das Federbein, drittens die Bremse. Dazu kommen USB-C im Cockpit serienmäßig (beim Basismodell optional), ein zweifarb-Ledersattel mit Kawasaki-Plakette und eine exklusive Farbkombination. Goldene Gabelrohre sind optisch. Das Gewicht der SE beträgt 214 kg – ein Kilogramm mehr als die Basis (213 kg). hübsch

Der konkrete Fahrwerks-Unterschied zur Basis ist groß. Die Basis hat eine USD-Gabel, die nur in Federvorspannung und Zugstufendämpfung einstellbar ist. Die SE hat die Showa SFF-BP (Separate Function Fork, Big Piston) – voll einstellbar in Druckstufe, Zugstufendämpfung und Federvorspannung. Das ist ein qualitativer und funktionaler Sprung, der nicht nur mit dem Öhlins-Federbein, sondern bereits mit der Gabel beginnt.

Fahrwerk: Showa SFF-BP voll einstellbar + Öhlins S46 – zwei Testredaktionen, eine klare Aussage

Showa SFF-BP USD 41 mm: voll einstellbar (Druckstufe, Zugstufendämpfung, Federvorspannung). Goldene Gabelrohre. Federweg vorne: 120 mm. Öhlins S46 Zentralfederbein: Federvorspannung per Handrad bequem einstellbar; Zugstufendämpfung einstellbar. Federweg hinten: 140 mm. Radstand 1.450 mm, Nachlauf 110 mm, Bodenfreiheit 145 mm.

Das Öhlins-Fahrwerk schluckt viele Verwerfungen weg: Es gleicht aus, federt, dämpft, aber nie aufdringlich. Man spürt die Straße, ohne von ihr gestört zu werden. Die Rückmeldung ist klar und transparent – der Fahrer kann besser herausfinden, wie das Motorrad auf ihn reagiert. Die Z 900 SE tanzt in engen Kehren, schwebt in langen Radien. Sie ist zugänglich geworden, ohne ihre Sportlichkeit zu verlieren. Die Federwege reichen für Straße und gelegentlichen Trackday, aber nicht für ambitionierte Rennstreckenpiloten mit Anspruch.

Bremse: Brembo M4.32 Monobloc + Nissin-Radial-Hauptzylinder + Stahlflexleitungen – überzeugend auch im harten Einsatz

Brembo M4.32 Monobloc-Radialzangen auf zwei 300-mm-Scheiben vorne. Nissin-Radial-Hauptzylinder. Stahlflexleitungen für direktes Bremsgefühl und reduzierte Kompressibilität. Hinten: 250-mm-Scheibe, Einkolben-Sattel. Kurven-ABS (KIBS) IMU-gestützt.

Die Brembo-Bremsen sind nach vielen Kurven nicht überhitzt, jederzeit verlässlich. Ihre Dosierbarkeit ist sehr angenehm, ihr Druckpunkt transparent, ihr Verhalten sehr harmonisch. Für den gewöhnlichen Straßeneinsatz ist die Bremse eine klar wahrnehmbare Qualitätsstufe über dem Basismodell. Für häufigen Rennstreckeneinsatz mit sportlichem Anspruch empfiehlt sich ein haftfreudigerer Reifen als die Serienbestückung.

Motor & Elektronik: identisch zur Basis – 124 PS, 97 Nm, 6-Achsen-IMU, Quickshifter, Tempomat

Der 948-cm³-Reihenvierzylinder mit 124 PS bei 9.500/min und 97,4 Nm bei 7.700/min ist in beiden Varianten identisch. Das Elektronikpaket ebenfalls: 6-Achsen-IMU, KIBS (Kurven-ABS), KTRC (Kurven-TCS), KCMF (Kawasaki Kurvenmanagement), bidirektionaler KQS-Quickshifter mit Blipper, Tempomat, 4 Fahrmodi (Road, Sport, Rain, Rider). 5-Zoll-TFT-Farbdisplay, Kawasaki Rideology App, Sprachsteuerung, Turn-by-Turn-Navigation. Der Charakter des Motors: samtig, souverän, mittendrin stark. Er verzeiht Fehler und schiebt immer vorwärts, auch wenn man nicht den perfekten Gang trifft.

USB-C im Cockpit bei der SE serienmäßig (beim Basismodell optional). Standgeräusch: 94 dB(A) laut Zulassungsdokumenten – Tirol-konform. Verbrauch: 5,7 l/100 km (Werksangabe), realistisch 6–7 Liter bei sportlicher Fahrt. 17-Liter-Tank: ca. 240–298 km Reichweite.

Ergonomie & Charakter: angenehmes Sitze, schmaler Lenker

Sitzhöhe 830 mm, optional 810 mm. Sportlich-aufrechte Sitzposition mit Alu-Rohrlenker. Im Vergleich zu Gegnern schneidet die Z 900 SE bei einzelnen Testkriterien selten als Beste ab – aber hat keine einzige echte Schwäche außer vielleicht dem schmalen. Die Kawa ist kein spektakulärer Spezialist, sondern ein vollständiges, stimmiges Gesamtpaket.

Die SE ist nicht primär für Adrenalinjunkies auf Rundenzeitjagd. Sie richtet sich an erfahrene Fahrer, die ein souveränes, stabiles, vielseitiges Naked Bike suchen – mit hohem Fahrwerksniveau für Passstraßen, der Reserven für ambitionierte Straßenfahrt und gelegentliche Trackdays bietet. Exklusiv in einer Farbkombination: MY2026 Metallic Matte Graphenesteel Gray / Metallic Matte Carbon Gray.

Kosten: 12.320 Euro inkl. Überführung – 1.150 Euro Aufpreis für Fahrwerk, Bremsen und USB-C

Kawasaki Z 900 SE (2026): 12.320 Euro inkl. Überführung. Kawasaki Z 900 Basis: 10.170 Euro inkl. Überführung. Der Aufpreis von ca. 1.150 Euro bringt: Showa SFF-BP voll einstellbar statt teilweise einstellbarer Gabel, Öhlins S46 statt KYB-Standardfederbein, Brembo M4.32 statt Nissin-Sättel, Nissin-Radial-Hauptzylinder, Stahlflexleitungen, USB-C serienmäßig, Ledersattel mit Kawasaki-Plakette, exklusive Farbe.

Zum Vergleich: Die Honda CB 1000 Hornet SP (12.559 Euro) hat mehr PS, ein volleinstellbares Öhlins TTX36 hinten (besser als das S46), Brembo Stylema (besser als M4.32), aber keinen serienmäßigen Tempomat. Die Z 900 SE ist rund 200 Euro günstiger und hat mehr Assistenzsysteme inkl. Tempomat. Wartung: 12.000-km-Serviceintervalle, Ventilspielkontrolle alle 36.000 km. Garantie 4 Jahre.

Fazit

Showa SFF-BP voll einstellbar, Öhlins S46, Brembo M4.32, Nissin-Radial-Hauptzylinder, Stahlflexleitungen, 6-Achsen-IMU, Quickshifter, Tempomat, USB-C, 214 kg, 830 mm, 94 dB(A), 4 Jahre Garantie – 12.320 Euro inkl. Überführung. Das Gesamtkunstwerk mit goldener Gabel schiebt sich klar über die Basis. Wer Fahrwerk und Bremse ernst nimmt, zahlt den Aufpreis gerne.

 

Kurzcheck

 

+ Showa SFF-BP USD 41 mm voll einstellbar: Druckstufe, Zugstufendämpfung, Federvorspannung – klarer Schritt über die Basis

+ Öhlins S46 Zentralfederbein: Zugstufendämpfung und Federvorspannung per Handrad – komfortabel einzustellen

+ Brembo M4.32 Monobloc-Radialzangen auf 2× 300 mm; Nissin-Radial-Hauptzylinder; Stahlflexleitungen

+ Brembo im Rennstreckeneinsatz: keine Überhitzung nach vielen Kurven; transparenter Druckpunkt

+ 6-Achsen-IMU: KIBS Kurven-ABS, KTRC Kurven-TCS, KCMF – identisch zur Basis

+ Bidirektionaler KQS-Quickshifter mit Blipper serienmäßig; Tempomat serienmäßig

+ USB-C im Cockpit serienmäßig mit wasserdichtem Deckel (Basis: optional)

+ Zweifarb-Ledersattel mit Kawasaki-Plakette; goldene Gabelrohre; exklusive Farbgebung

+ 94 dB(A) Standgeräusch – Tirol-konform

+ 830 mm Sitzhöhe (optional 810 mm); sportlich-aufrechte Ergonomie; 5-Zoll-TFT

+ 1.150 Euro Aufpreis über der Basis: reeller Gegenwert für die eingesetzten Komponenten

+ Ca. 200 Euro günstiger als Honda CB1000 Hornet SP; Tempomat serienmäßig (Hornet SP: nein)

+ 4 Jahre Kawasaki-Werksgarantie; 12.000-km-Serviceintervalle

 

124 PS – weniger als Honda CB 1000 Hornet SP (157 PS) und Suzuki GSX-S1000 (150 PS)

Öhlins S46: nicht voll einstellbar (keine Druckstufe); Honda Hornet SP hat das überlegene Öhlins TTX36

Brembo M4.32 sehr gut, aber eine Kategorie unter Brembo Stylema der Honda Hornet SP

Lenker laut Tests etwas zu schmal für sehr sportliches Fahren – einzige spürbare Schwäche

Schräglagenfreiheit bei sehr aggressivem Rennstreckeneinsatz eingeschränkt – Naked-Bike-typisch

Serienreifen (Dunlop Sportmax Q5A) limitieren Grenzbereich auf Rennstrecke; Reifenwechsel empfohlen für häufige Trackdays

17-Liter-Tank: ca. 240–298 km Reichweite; für intensive Touren eng

Nur eine Farbvariante für MY2026; keine Wahlmöglichkeit

Rideology-App-Features teilweise abonnementpflichtig

 

 

Technische Daten: Kawasaki Z 900 SE (2026)

 

Fertigungsland: Japan (Kawasaki)

Motor: Reihenvierzylinder, 948 cm³, flüssigkeitsgekühlt, DOHC; Ride-by-Wire; Assist-/Rutschkupplung; 6-Gang; bidirektionaler KQS-Quickshifter mit Blipper serienmäßig; identisch zur Basis

Leistung: 124 PS (91 kW) bei 9.500/min

Drehmoment: 97,4 Nm bei 7.700/min

Fahrmodi / Elektronik: Road, Sport, Rain, Rider (individuell); 6-Achsen-IMU; KIBS (Kurven-ABS schräglagenabhängig); KTRC (Kurven-TCS); KCMF; Tempomat; bidirektionaler KQS-Quickshifter – identisch zur Basis

Rahmen: Hochfester Stahl-Gitterrohrrahmen; Aluminiumschwinge – identisch zur Basis

Gabel: Showa SFF-BP USD 41 mm; voll einstellbar (Druckstufe, Zugstufendämpfung, Federvorspannung); goldene Gabelrohre; Federweg 120 mm

Federbein: Öhlins S46 Zentralfederbein; Zugstufendämpfung und Federvorspannung einstellbar (per Handrad); Federweg 140 mm

Nachlauf: 110 mm; Bodenfreiheit 145 mm

Bremse vorn: Brembo M4.32 Monobloc-Radialzangen; 2× 300-mm-Scheiben; Nissin-Radial-Hauptzylinder; Stahlflexleitungen; KIBS Kurven-ABS

Bremse hinten: Einkolben-Sattel; 250-mm-Scheibe; ABS

Räder: Alugussräder; 17 Zoll vorne und hinten

Reifen: 120/70-17 vorne; 180/55-17 hinten; Dunlop Sportmax Q5A

Display: 5-Zoll-TFT-Farbdisplay; Kawasaki Rideology App; Turn-by-Turn-Navigation; Sprachsteuerung; Smartphone-Konnektivität; USB-C serienmäßig (wasserdichter Deckel)

Extras SE: Showa SFF-BP Gabel (voll einstellbar); Öhlins S46; Brembo M4.32; Nissin-Radial-HZ; Stahlflexleitungen; USB-C; Ledersattel mit Plakette; goldene Gabelrohre; exklusive Farbe

Gewicht: 214 kg vollgetankt (Basis: 213 kg)

Sitzhöhe: 830 mm (optional 810 mm)

Radstand: 1.450 mm

Tank: 17 Liter; ca. 298 km Reichweite (Werksverbrauch 5,7 l/100 km)

Standgeräusch: 94 dB(A) laut Zulassungsdokumenten – Tirol-konform

Farbe (2026): Metallic Matte Graphenesteel Gray / Metallic Matte Carbon Gray (einzige Option)

Preis (D): 12.320 Euro inkl. Überführung; Aufpreis zur Basis 1.150 Euro

Garantie: 4 Jahre Kawasaki-Werksgarantie

Service: Alle 12.000 km; Ventilspielkontrolle alle 36.000 km