KTM 1390 Super Duke GT (2026)

Das Long Distance Beast – 190 PS, WP SAT semiaktiv, Radar, Brembo Stylema, 228 kg

190 PS. 145 Nm. 1.350 cm³ LC8-V2. WP APEX SAT semiaktives Fahrwerk der dritten Generation – Gabel und Federbein. Brembo Stylema Monoblock vorne. Front-Radar mit adaptivem Tempomat, Bremsassistent und Gruppenfahrtmodus. 8,8-Zoll-TFT-Touchscreen, Offline-Navigation. TPMS serienmäßig. Michelin Power 6. Zweistufig höhenverstellbarer Windschild. Kurvenlicht serienmäßig. 228 kg vollgetankt. 834 mm Sitzhöhe. 19,5-Liter-Tank. Für MY2026 technisch unverändert.

Hinweis: Das Modell wurde als MY2025 vorgestellt und läuft für MY2026 technisch unverändert weiter. Ein Prototyp mit überarbeiteter Verkleidung und neuem Koffersystem wurde gesichtet (Dez. 2025); offizielle Ankündigung steht aus. Preis: KTM hat keinen offiziellen Listenpreis für Deutschland veröffentlicht; geschätzt ab ca. 24.000 Euro zzgl. NK. Fertigung: KTM Mattighofen, Österreich.

GT vs. Super Duke R: Gleicher Motor, anderes Konzept – 190 PS für die Langstrecke

Die KTM 1390 Super Duke GT teilt ihren Motor mit der 1390 Super Duke R und der 1390 Super Duke R EVO. Derselbe LC8-V2 mit 1.350 cm³, 190 PS, 145 Nm. Der Unterschied liegt im Konzept: Die GT ist ein Sporttourer. Sie hat eine Verkleidung, einen zweistufig höhenverstellbaren Windschild, TPMS serienmäßig, Kurvenlicht serienmäßig, Front-Radar mit adaptivem Tempomat und Gruppenfahrtmodus, einen optimierten Comfort-Modus im semiaktiven WP-Fahrwerk und Michelin Power 6 statt des sportlicheren Reifenprofils der Super Duke R. Was sie gegenüber der Super Duke R nicht hat: Winglets, Topspeed jenseits von 250 km/h (elektronisch begrenzt vs. 270 km/h der R), und eine so sportlich ausgerichtete Ergonomie. Was sie zusätzlich hat: 19,5-Liter-Tank – deutlich größer als die 17,5 Liter der Super Duke R EVO.

Zum Vergleich: Die 1290 Super Duke GT (Vorgängerin) leistete 175 PS, wog 234 kg vollgetankt und kostete zuletzt 22.499 Euro. Die 1390er ist mit 228 kg vollgetankt leichter, besser ausgestattet und hat 15 PS mehr. Das ist kein Facelift – das ist ein substanziell anderes Motorrad auf derselben Plattform.

Motor: 190 PS, 145 Nm, Cam-Shift, kürzere Übersetzung – kein Overdrive in Gang 5 und 6

Der LC8-V2 mit 75°-Zylinderwinkel und 1.350 cm³ Hubraum (Bohrung 110 mm, Hub 71 mm) leistet 190 PS bei 10.000/min und 145 Nm bei 8.000/min. Das ist der stärkste serienmäßig straßenzugelassene Zweizylinder-V-Motor auf dem Markt. Zweistufige Einlassnockensteuerung Cam-Shift verbessert die Leistungsentfaltung über das Drehzahlband. KTM hat bei der GT die Übersetzung kürzer ausgelegt als bei der 1290er-Vorgängerin: die Gänge 5 und 6 sind nicht mehr als Overdrive ausgelegt, sondern spielen im Alltag eine relevante Rolle. Das verbessert die Fahrbarkeit im Realbetrieb auf Strecken, wo man nicht ständig im sechsten Gang dahingleitet. Hydraulische PAS-Antihopping-Kupplung. Euro 5+.

Zwei Besonderheiten, die Kaufinteressenten kennen sollten: Der Quickshifter ist nicht serienmäßig – das ist bei diesem Preis und diesem Motorrad ein spürbares Minus. Heizgriffe sind ebenfalls nur gegen Aufpreis verfügbar. Das ist bei einem Sporttourer dieser Preisklasse ungewöhnlich. Auch das Automatikgetriebe AMT, das aus der 1390 Super Adventure S EVO bekannt ist, ist für die GT vorerst nicht verfügbar.

WP APEX SAT Gen 3: Semiaktives Fahrwerk mit optimiertem Comfort-Modus – das Fahrwerk der 1390 Super Duke R EVO, aber weicher

Das WP APEX SAT-Fahrwerk der dritten Generation ist dasselbe, das in der 1390 Super Duke R EVO debutiert hat – mit einer GT-spezifischen Anpassung: Der Comfort-Modus wurde gegenüber der Super Duke R EVO deutlich verbessert. Das WP-SAT-System passt Druck- und Zugstufendämpfung kontinuierlich und automatisch an Fahrbahnbedingungen und Fahrerinputs an. Das Druckstufenventil (DCC) misst kontinuierlich Hub und Beschleunigung. Das Federbein hat einen hydraulischen Preload-Adjuster. Die Open-Cartridge-Gabel ist 750 g leichter als die der 1290 Super Duke R EVO und gleichzeitig effektiver und reaktionsschneller.

Federweg vorne 125 mm, hinten 140 mm. Sitzhöhe 834 mm. Bodenfreiheit 149 mm. Radstand 1.491 mm. Lenkkopfwinkel 65,3°. Aluminium-Einarmschwinge. Das Fahrwerk ist nicht manuell einstellbar – die Elektronik übernimmt. Für Fahrer, die aktiv schrauben wollen, ist das gewöhnungsbedürftig. Für Fahrer, die auf langen Touren komfortabel unterwegs sein wollen, ist es das Sinnvollste, was es gibt.

Bremsen & Radar-Elektronik: Brembo Stylema, Supermoto+-ABS, adaptiver Tempomat, Gruppenfahrtmodus

Brembo Stylema Monoblock 4-Kolben radial vorne auf 320-mm-Scheiben, Brembo MCS-Bremshebel mit Mehrklick-Einstellung. Hinten Brembo Zweikolben, 240-mm-Scheibe. Schräglagenabhängiges ABS mit den Modi Sport, Supermoto und Supermoto+. Supermoto+-ABS erlaubt kontrollierte Bremsdrifts am Hinterrad – das ist eine Funktion, die man bei einem Sporttourer nicht erwartet, die aber die DNA der Super Duke nicht verleugnet.

Der wichtigste elektronische Unterschied zur Super Duke R ist die Radartechnik: Frontradar mit adaptivem Tempomat, Bremsassistent und einem Gruppenfahrtmodus, der die Abstandsregelung für das Fahren in Kolonnen optimiert. Das ist vom Adventure-Segment übernommene Technik auf einem Sporttourer – für Paare oder Gruppen, die längere Strecken gemeinsam fahren, ist das ein echter Mehrwert. TPMS (Reifendruckkontrolle) serienmäßig. Kurvenlicht serienmäßig. Demo-Modus. 8,8-Zoll-TFT-Touchscreen mit Offline-Navigation, Split-Screen, Smartphone-Konnektivität, USB-C. Vier Serienfahrmodi: Rain, Street, Sport, Custom.

Ergonomie & Langstrecke: 834 mm, Windschild zweistufig, 19,5-Liter-Tank – sportlich aber tourtauglich

Die Sitzhöhe von 834 mm entspricht fast genau der 1390 Super Duke R EVO (834 mm): nicht kleiner für die Langstrecke, sondern komfortabler in der Sitzposition und im Windschutz. Der Windschild ist zweistufig höhenverstellbar und bietet laut KTM deutlich besseren Windschutz als die unverkleidete Super Duke R. Das Gewicht beträgt 228 kg vollgetankt mit 19,5 Liter Benzin – das ist leichter als die 1290 Super Duke GT (234 kg mit 23-Liter-Tank), die Vorgängerin hatte also einen größeren Tank. Der neue 19,5-Liter-Tank ist beim GT-Konzept ein Kompromiss: Reichweite bei 5,9 l/100 km ca. 300–320 km – das verlangt auf längeren Touren mehr Tankstopp-Disziplin als die 23-Liter-Vorgängerin.

Michelin Power 6 – kein Sportreifen, sondern ein Touring-Reifen mit breitem Temperaturbereich, gut für Reiseeinsatz. Reifendimensionen 120/70-17 vorne, 200/55-17 hinten – breites Hinterrad, typisch für die Super Duke-Linie. Elektronisch auf 250 km/h Topspeed begrenzt (Super Duke R: 270 km/h). Topspeed als praktische Kategorie ist bei einer Touring-Maschine irrelevant, die GT will nicht um jeden Preis sportlich sein.

Handhabung: 190 PS für die Tourer-Kategorie – kein Kompromiss mehr zwischen Sportler und Tourenmaschine

Kein anderer Sporttourer in diesem Segment bietet 190 PS aus einem V2 mit semiaktivem Fahrwerk, Radar-Tempomat und Gruppenfahrtmodus. BMW S 1000 XR (ca. 20.000 Euro, 170 PS, Reihen-Vierzylinder, semiaktives DDC-Fahrwerk optional). Ducati Multistrada V4 S (über 35.000 Euro, 170 PS, V4, Semi-aktiv serienmäßig), Honda NT 1100 (ab 15.519 Euro, 102 PS, Zweizylinder, kein semiaktives Fahrwerk). Die GT positioniert sich preislich zwischen BMW und Ducati – mit dem stärksten Motor der Gruppe.

Wo sie Kompromisse macht: Quickshifter kostet Aufpreis. Heizgriffe kosten Aufpreis. Das war bei der 1290er GT anders. Ein Tank von 19,5 statt 23 Liter bedeutet weniger Reichweite. Und wer tatsächlich mit 190 PS auf der Rennstrecke fahren will, kauft besser die Super Duke R EVO – die GT ist auf Komfort und Langstrecke ausgelegt, wenn auch mit mehr Sportlichkeit als fast jeder andere Tourer.

Kosten & MY2026-Status: Kein offizieller Listenpreis – geschätzt ab ca. 24.000 Euro. Nachfolger in Erprobung gesichtet

Konkrete Händlerpreise lagen zum Redaktionsschluss noch nicht vor. Für Modelljahr 2026 läuft das Modell technisch unverändert weiter. Ein Prototyp mit überarbeiteter Verkleidung und neu gestaltetem Koffersystem wurde im Dezember 2025 bei Testfahrten in den Alpen gesichtet – ein offizielles Update-Datum ist nicht bekannt. 4 Jahre Premium-Garantie (ab MY2025, Servicepflicht KTM-Händler).

Fazit

190 PS aus einem V2, semiaktives WP-Fahrwerk, Brembo Stylema, Radar-Tempomat, Gruppenfahrtmodus, Offline-Navigation, Michelin Power 6, 228 kg, 834 mm. Die KTM 1390 Super Duke GT ist der schnellste Sporttourer in ihrem Preisniveau. Sie fordert Kompromissbereitschaft bei Quickshifter (Aufpreis), Heizgriffen (Aufpreis) und Tankvolumen (19,5 l). Das Konzept ist klar: Das Beast, für die Langstrecke gezähmt – aber nur gezähmt, nicht kastriert.

 

Kurzcheck

 

+ 190 PS / 145 Nm aus 1.350 cm³ LC8-V2 – stärkster serienmäßiger V2-Sporttourer auf dem Markt

+ WP APEX SAT Gen 3 semiaktiv: Gabel und Federbein; automatische Anpassung; Comfort-Modus verbessert vs. 1290er GT

+ Brembo Stylema Monoblock vorne; Brembo MCS-Bremshebel; Kurven-ABS mit Supermoto+-Modus

+ Front-Radar: adaptiver Tempomat + Bremsassistent + Gruppenfahrtmodus

+ 8,8-Zoll-TFT-Touchscreen; Offline-Navigation; Split-Screen; USB-C

+ TPMS (Reifendruckkontrolle) serienmäßig

+ Kurvenlicht serienmäßig

+ Michelin Power 6: Langstrecken-Reifenprofil mit breitem Temperaturbereich

+ 228 kg vollgetankt – 6 kg leichter als 1290er GT (bei kleinerer Tankgröße)

+ Cam-Shift-Nockensteuerung zweistufig; kürzere Übersetzung: 5. und 6. Gang alltagsrelevant

+ Hydraulische PAS-Antihopping-Kupplung

+ Zweistufig höhenverstellbarer Windschild

+ 4 Jahre Premium-Herstellergarantie, Mattighofen-Fertigung

 

Quickshifter nicht serienmäßig: Aufpreis bei diesem Preisniveau ungewöhnlich

Heizgriffe nur gegen Aufpreis

19,5-Liter-Tank: weniger Reichweite als Vorgänger 1290 GT (23 Liter); ca. 300–320 km pro Füllung

AMT-Automatikgetriebe (vorerst) nicht verfügbar

Topspeed elektronisch auf 250 km/h begrenzt (Super Duke R: 270 km/h)

Kein offizieller Listenpreis DE veröffentlicht, geschätzt ab ca. 24.000 Euro

Standgeräusch: wird mit ca. 95 dB(A) erwartet (bauartbedingt wie 1390 Super Duke R EVO) – ggf. Tiroler Fahrverbot

Garantie an Servicepflicht beim autorisierten KTM-Händler gebunden

 

 

Technische Daten: KTM 1390 Super Duke GT (MY2025/2026)

 

Fertigungsland: Österreich (KTM Mattighofen)

Motor: LC8 V2, 75°-Zylinderwinkel, 1.350 cm³ (Bohrung 110 mm, Hub 71 mm), flüssigkeitsgekühlt, DOHC, Cam-Shift (zweistufige Einlassnockensteuerung), Keihin-EFI, Ride-by-Wire, Euro 5+; Doppelzündung; Edelstahlschalldämpfer (2 Katalysatoren)

Leistung: 190 PS bei 10.000/min

Drehmoment: 145 Nm bei 8.000/min

Getriebe: 6-Gang; kürzere Übersetzung; hydraulische PAS-Antihopping-Kupplung; Quickshifter gegen Aufpreis

Fahrmodi / Elektronik: Rain, Street, Sport, Custom (serienmäßig); Track optional; 6D-IMU; Kurven-ABS; ABS-Modi Sport/Supermoto/Supermoto+; MTC; Front-Radar: adaptiver Tempomat, Bremsassistent, Gruppenfahrtmodus; TPMS; Kurvenlicht; Demo-Modus (1.500 km alle Optionen gratis)

Rahmen: CroMo-Stahl-Gitterrohrrahmen, pulverbeschichtet; Heckrahmen Aluminium-Druckguss/Komposit; Motor mittragend

Gabel: WP APEX SAT USD Ø 48 mm, semiaktiv Gen 3 (Open-Cartridge); 125 mm Federweg; automatisch geregelt

Federbein: WP APEX SAT Linkage-Federbein semiaktiv Gen 3; DCC-Druckstufenventil; hydraulischer Preload-Adjuster; 140 mm Federweg; Aluminium-Einarmschwinge

Bremsen vorn: Brembo Stylema Monoblock 4-Kolben radial; 2× 320-mm-Scheiben; Brembo MCS-Bremshebel; Kurven-ABS

Bremsen hinten: Brembo Zweikolben-Festsattel; 240-mm-Scheibe; ABS

Räder: Alugussräder; 3,50×17” vorne / 6,00×17” hinten

Reifen: 120/70-17 vorne; 200/55-17 hinten

Windschild: Zweistufig höhenverstellbar

Display: 8,88-Zoll-TFT-Touchscreen, Querformat; Offline-Navigation; Split-Screen; Smartphone-Konnektivität; USB-C

Gewicht: 228 kg vollgetankt

Sitzhöhe: 834 mm

Bodenfreiheit: 149 mm

Radstand: 1.491 ±15 mm

Lenkkopfwinkel: 65,3°

Tank: 19,5 Liter, Reichweite ca. 300–320 km (ca. 5,9 l/100 km)

Topspeed: 250 km/h (elektronisch begrenzt; Super Duke R: 270 km/h)

MY2026-Status: Technisch unverändert; Prototyp überarbeitete Version gesichtet Dez. 2025 (neue Verkleidung, Koffersystem); Präsentationstermin unbekannt

Preis (D): Kein offizieller Listenpreis veröffentlicht; geschätzt ab ca. 24.000 Euro zzgl. NK

Garantie: Bis zu 4 Jahre Premium-Herstellergarantie (ab MY2025, Servicepflicht beim autorisierten KTM-Händler)