Test KTM 390 SMC R (2026)

Die A2-Supermoto mit echtem Fahrwerk – 161 kg, WP APEX, Supermoto-ABS, 6.794 Euro

Die KTM 390 SMC R bringt Supermoto-DNA ohne Abstriche in die A2-Klasse. 45 PS, 39 Nm, WP APEX 43-mm-USD-Gabel mit 230 mm Federweg und 30 Klicks Einstellbarkeit, Supermoto-ABS mit deaktivierbarem Hinterrad-ABS, MTC-Traktionskontrolle, Ride-by-Wire, 4,2-Zoll-TFT mit KTM Connect, 17-Zoll-Drahtspeichenräder, ByBre-Vierkolbenbremse radial, Underfloor-Auspuff, 10.000-km-Serviceintervall. Gefertigt bei Bajaj in Indien auf KTM-Plattform der dritten Generation.

Stand: 10.4.2026 | Getestetes Modell: KTM 390 SMC R (2026) | Preis: 6.794 Euro

Motor: 398,7 cm³, 45 PS, drehfreudig bis 9.000/min – mit Underfloor-Auspuff, der zwei Kilo spart

Das Triebwerk der 390 SMC R ist ein flüssigkeitsgekühlter DOHC-Einzylinder mit 398,7 cm³ Hubraum – mehr als die Modellbezeichnung verspricht. Er leistet 45 PS bei 9.000/min und 39 Nm bei 7.000/min, dreht willig und liefert linearen, gut dosierbaren Schub. Das Motormanagement stammt von Bosch, die Gassteuerung läuft elektronisch per Ride-by-Wire. Geschaltet wird manuell über sechs Gänge, die Slipper-Kupplung nimmt dabei ein Zuviel an Motorbremsmoment beim Herunterschalten weg. Als Option gibt es einen Quickshifter für kupplungsfreies Hoch- und Herunterschalten.

Der Auspuff läuft nicht seitlich am Motorrad entlang, sondern verschwindet kompakt unter dem Motor – daher Underfloor. Das spart KTM zufolge zwei Kilogramm gegenüber einem herkömmlichen Seitenrohr, hält den Schwerpunkt tief und lässt das Heck aufgeräumt ohne sichtbaren Endtopf. Die Optik polarisiert; die physikalische Logik dahinter stimmt. Das Serviceintervall liegt bei 10.000 km – bei einer Supermoto bemerkenswert, klassische Wettbewerber verlangen alle 7.500 km oder kürzer. Mit 45 PS bleibt die SMC R A2-konform. Die Leistung reicht für echten Fahrspaß, zieht aber keine Arme lang. Wer mehr will, kauft eine 690er.

Fahrwerk: WP APEX USD-Gabel, 30 Klicks einstellbar, 230 mm Federweg – serienmäßig, kein Aufpreis

Das Fahrwerk ist das stärkste Argument für die 390 SMC R. Die WP APEX Open-Cartridge-Gabel hat 43 mm Durchmesser und bietet 230 mm Federweg. Zug- und Druckstufe lassen sich über je 30 Klicks individuell abstimmen. Das ist serienmäßig – kein Aufpreis, keine Option. Vergleichbare A2-Motorräder bieten höchstens eine Federvorspannung am Heck. Hinten arbeitet ein direkt angebundenes WP-Federbein, ebenfalls in Federvorspannung und Dämpfung einstellbar, der Federweg entspricht dem der Gabel. Beide Komponenten lassen sich auf den Fahrer, sein Gewicht und den Einsatzbereich abstimmen – ob spritzig auf Landstraßenrunden oder stabiler auf der Kartbahn.

Gebremst wird vorne mit einer 320-mm-Scheibe und einem radial verschraubten ByBre-Vierkolben-Festsattel – ByBre ist die indische Tochter von Brembo und liefert hier überdurchschnittliche Bremswirkung. Hinten sitzt eine 240-mm-Scheibe. Das ABS kommt von Bosch und ist als Supermoto-ABS ausgelegt: Im Sport-Modus wird das Hinterrad-ABS automatisch deaktiviert, sodass gezieltes Querfahren möglich ist – was zum Wesen einer Supermoto gehört. Das Vorderrad-ABS bleibt aktiv. Eine Schräglagensensorik (IMU) steuert die Traktionskontrolle und das Kurven-ABS. Die Räder sind 17-zöllige Drahtspeichenräder mit Aluminiumfelgen – kein billiger Gussrad-Kompromiss.

Cockpit & Ergonomie: 4,2-Zoll-TFT mit Navigation, Street und Sport, 860 mm Sitzhöhe – 161 kg

Das 4,2-Zoll-TFT-Farbdisplay unterstützt KTM Connect mit Turn-by-Turn-Navigation, Musiksteuerung und Anrufannahme, ein USB-C-Anschluss sitzt serienmäßig am Cockpit. Die Bedienung läuft über beleuchtete Armaturen, die Bedienung gilt als intuitiv. Zwei Fahrmodi stehen bereit: Street für Alltag und nasse Straßen mit vollem Kurven-ABS und sanfterer Traktionskontrolle, Sport mit Supermoto-ABS, schärferer MTC und sportlicherer Motorcharakteristik. Im Sport-Modus lässt sich also hinten quer gehen, was bei jeder anderen A2-Maschine schlicht nicht vorgesehen ist.

Die Sitzhöhe beträgt 860 mm auf einem schmalen, einteiligen Enduro-Polster. Das ist hoch, aber durch den schlanken Zuschnitt der Maschine zu meistern. KTM gibt das Gewicht mit 161 kg vollgetankt an. Der Tank fasst 9 Liter und besteht aus Stahl. Damit liegt die Reichweite je nach Fahrweise zwischen 180 und 230 Kilometern – die 390 SMC R ist keine Langstreckenmaschine, sondern ein Gerät für den Genussring, die Abendausfahrt, den Stadtverkehr.

Handhabung: Messerscharf in Radien, leicht zu dosieren – kein anderes A2-Motorrad fährt sich so

161 kg und 45 PS ist die richtige Formel für eine Supermoto. Das Gewicht hält sich auf Niveau einer 125er, die Leistung reicht für echte Fahrdynamik. Der limitierende Faktor beim Angasen ist nicht der Motor, sondern der Testfahrer selbst. Auf der Landstraße ist sie spritzig, leicht zu dosieren, mit Charakter. Die Maschine zieht messerscharf durch Radien, selbst bergauf mit dreistelligem Fahrergewicht bleibt sie agil. Das WP-Fahrwerk vermittelt im Sport-Setup Vertrauen ans Vorderrad, ohne überhandlich zu werden – die Balance zwischen Stabilität und Wendigkeit läßt sich als gelungen beschreiben.

Ein kleiner Vorbehalt betrifft das Ansprechverhalten der Gabel über Querrillen: Es wirkt etwas stumpf – für den aufgerufenen Preis aber vertretbar. Direktvergleich: Die Yamaha MT-03 kostet ähnlich viel, hat kein einstellbares Fahrwerk, kein Supermoto-ABS und ist kein Supermoto. Die Honda CB 500 Hornet fährt sich anders, taugt anders. Im reinen Supermoto-Segment unter 7.000 Euro gibt es kein Motorrad mit vergleichbarer Ausstattung.

Kosten: 6.299 Euro plus 495 Euro Nebenkosten – und fast keine Aufpreis-Optionsliste

In Deutschland kostet die 390 SMC R 6.299 Euro zuzüglich 495 Euro Liefernebenkosten, macht zusammen rund 6.794 Euro. Was dafür serienmäßig mitkommt, ist bemerkenswert: WP APEX Fahrwerk mit echter Einstellbarkeit, Supermoto-ABS, MTC mit Schräglagensensorik, Ride-by-Wire, TFT-Display mit Navigation, USB-C, ByBre-Radialvierkolbenbremse, Slipper-Kupplung, 17-Zoll-Drahtspeichenräder. Die einzige kostenpflichtige Option ist der Quickshifter. Das war’s. Wer bei Yamaha oder Honda ein vergleichbares Paket zusammenkonfiguriert, zahlt mehr – wenn er es überhaupt bekommt.

Die Fertigung erfolgt bei Bajaj in Indien. Frühere 390er-Generationen hatten Qualitätsthemen, die aktuelle dritte Generation gilt in der Community als deutlich gereifter. KTM gewährt zwei Jahre Garantie. Das Serviceintervall von 10.000 km hält die laufenden Kosten im Rahmen, was bei einer Maschine, die auch im Alltag gefahren wird, einen spürbaren Unterschied macht.

Fazit

Die KTM 390 SMC R ist keine abgespeckte 690er und auch kein verkleidetes Duke-Derivat. Sie ist eine eigenständige, sinnvoll gedachte Supermoto für A2-Fahrer – und die vollständigste in ihrer Preisklasse. WP-Fahrwerk mit echter Einstellbarkeit, Supermoto-ABS, 10.000-km-Serviceintervall, 161 kg: Das Paket stimmt. Wer eine Supermoto will und A2-führerscheintauglich bleiben muss, kauft sie.

 

Kurzcheck

 

+ WP APEX 43-mm-USD-Gabel serienmäßig: 230 mm Federweg, Zug- und Druckstufe über je 30 Klicks einstellbar – kein Aufpreis

+ Supermoto-ABS: Im Sport-Modus Hinterrad-ABS automatisch deaktiviert – für gezieltes Querfahren ausgelegt

+ 161 kg vollgetankt: leichteste serienmäßig einstellbare A2-Supermoto im Segment

+ 45 PS, 39 Nm, Ride-by-Wire, Bosch-EMS – A2-konform und voll elektronisch

+ MTC-Traktionskontrolle mit Schräglagensensorik serienmäßig

+ ByBre-Radialvierkolbenbremse vorne (320 mm): Bremswirkung weit über Klasse

+ 17-Zoll-Drahtspeichenräder mit Alu-Felgen serienmäßig (keine Gussräder)

+ 10.000-km-Serviceintervall: doppelt so lang wie klassische Supermotos

+ Underfloor-Auspuff: zwei Kilo leichter, tiefer Schwerpunkt, cleanes Heck

+ 4,2-Zoll-TFT mit KTM Connect: Navigation, Musik, Telefon; USB-C serienmäßig

+ Slipper-Kupplung serienmäßig; Quickshifter optional

+ 6.299 Euro + 495 Euro Nebenkosten: vollständigste A2-Supermoto im Segment

+ Garantie: 4 Jahre

 

9-Liter-Tank: Reichweite ca. 180–230 km – keine Langstreckenmaschine

860 mm Sitzhöhe: Zehenstand für kürzere Fahrer

Gabel-Ansprechverhalten über Querrillen leicht stumpf

Underfloor-Auspuff: kein klassischer Supermoto-Sound

Fertigung Bajaj Indien: Qualitätsthemen früherer 390er; aktuelle Generation gilt als gereift

 

 

Technische Daten: KTM 390 SMC R (2026)

 

Fertigungsland: Indien (Bajaj-Werk), KTM-Plattform der dritten Generation, Entwicklung KTM Mattighofen, Österreich

Motor: Flüssigkeitsgekühlter Einzylinder-Viertaktmotor, DOHC, Euro 5+; Bosch EMS; Ride-by-Wire

Hubraum: 398,7 cm³

Leistung: 33 kW (45 PS) bei 9.000/min – A2-konform

Drehmoment: 39 Nm bei 7.000/min

Getriebe: 6-Gang, Slipper-Kupplung, Kettenantrieb 520 X-Ring, Quickshifter optional

Fahrmodi / Elektronik: 2 Fahrmodi: Street, Sport; MTC-Traktionskontrolle mit Schräglagensensorik (IMU); Kurven-ABS serienmäßig; Supermoto-ABS: Hinterrad-ABS im Sport-Modus deaktiviert; Motorschleppmoment-Regelung

Rahmen: Pulverbeschichteter Stahl-Gitterrohr-Hauptrahmen + Bolt-on-Stahl-Gitterrohr-Heckrahmen (zweiteilig, verschraubt)

Schwinge: Kokillenguss-Aluminiumschwinge, speziell für SMC R; seitlich versetzt montiertes Federbein

Gabel: WP APEX Open-Cartridge USD-Gabel, 43 mm; 230 mm Federweg; Zug- und Druckstufe je 30 Klicks einstellbar

Federbein: WP, direkt angebunden; Federvorspannung und Dämpfung einstellbar; 230 mm Federweg

Bremse vorn: 320-mm-Scheibe; radial verschraubter ByBre-Vierkolben-Festsattel; Kurven-ABS

Bremse hinten: 240-mm-Scheibe; Supermoto-ABS (im Sport-Modus abschaltbar)

Räder: Drahtspeichenräder mit Aluminiumfelgen; 17 Zoll vorne und hinten

Reifen: 110/70 R17 vorne; 150/60 R17 hinten

Auspuff: Underfloor; kein sichtbarer Seitenrohr-Endtopf; ca. 2 kg leichter als Seitenrohr

Display: 4,2-Zoll-TFT; KTM Connect: Navigation, Musik, Telefon; USB-C serienmäßig; beleuchtete Armaturen

Beleuchtung: Voll-LED

Gewicht vollgetankt: 161 kg

Sitzhöhe: 860 mm

Tank: 9 Liter

Serviceintervall: 10.000 km

CO₂ / Abgasnorm: 79 g/km; Euro 5+

Führerschein: A2 (33 kW / 45 PS)

Farben: Orange; weitere beim Händler erhältlich

Preis (D): 6.299 Euro zzgl. 495 Euro Nebenkosten (ca. 6.794 Euro Gesamtpreis)

Garantie: 4 Jahre