Test Yamaha Tricity 300 (2026)

Erster Roller der Welt mit optionalem Fahrerairbag – dazu neues Kurven-ABS, schärferes Design, ab 9.999 Euro

Der Tricity 300 war schon immer der vernünftige Dreirad-Roller: solider Blue-Core-Motor, LMW-Neigetechnik, 45 Liter Staufach, B-Führerschein. Für 2026 legt Yamaha eine Schippe drauf, die in dieser Fahrzeugklasse bisher niemand gewagt hat: einen serienmäßig integrierbaren Fahrerairbag. Für 800 Euro Aufpreis löst er im Bruchteil einer Sekunde aus, wenn die Sensorik eine relevante Frontalkollision erkennt. Das Gerät richtet sich damit konsequenter als je zuvor an Autofahrer, die umsteigen wollen, ohne auf die passive Sicherheit zu verzichten, die sie aus dem Auto kennen. Dazu bringt das Modelljahr 2026 erstmals ein schräglagensensibles Kurven-ABS via 6-Achs-IMU, ein Dual-Display-Cockpit mit Garmin-Navigation und ein sportlicheres Karosseriedesign.

Stand: 18.4.2026 | Varianten: Tricity 300 (Standard, ohne Airbag) ab 9.999 Euro / Tricity 300 Airbag ab 10.799 Euro | 5 Jahre Garantie serienmäßig | Farben: Milky White, Zen Green, Power Grey

 

Weltpremiere Fahrerairbag: 800 Euro Aufpreis, entwickelt mit Autoliv – warum ein Dreirad dafür besonders geeignet ist

Yamaha hat den Tricity 300 2026 als erstes Serienmodell der eigenen Geschichte mit einem Fahrerairbag ausgestattet – optional, für 800 Euro Aufpreis. Entwickelt wurde das System gemeinsam mit dem schwedischen Sicherheitsspezialisten Autoliv, der bereits langjährig an Zweirad-Airbags arbeitet.

Der Luftsack ist dezent in die vordere Verkleidung des Rollers integriert und löst laut Yamaha in Millisekunden aus, wenn die Sensorik eine relevante Frontalkollision erkennt. Eine intelligente Erkennungslogik verhindert Fehlauslösungen bei normalen Stößen oder Unebenheiten; eine Kontrollleuchte im Cockpit zeigt vor jeder Fahrt die Einsatzbereitschaft an.

Dass ein Dreirad für dieses Feature besonders geeignet ist, erklärt sich so: Bei einem heftigen Frontalkrash schmiert der Tricity nicht seitlich ab wie ein Zweirad – die beiden Vorderräder halten ihn in der Spur. Der Fahrer wird stattdessen nach vorn in Richtung Lenker und Windschild geworfen. Genau dort expandiert der Airbag. Ein wichtiger Hinweis zur Einschränkung: Bei bestimmten Kollisionswinkeln oder wenn das Fahrzeug unter ein größeres Fahrzeug gerät, kann das System unter Umständen nicht auslösen. Die Airbag-Version verzichtet dafür auf das vordere zentrale Staufach, das das Standardmodell hat, da der Airbag diesen Bauraum belegt.

MY2026-Updates: Kurven-ABS via 6-Achs-IMU, Dual-Display-Cockpit, Garmin-Navigation, Euro 5+, neues Design

Neben dem Airbag bringt das Modelljahr 2026 weitere substanzielle Änderungen. Erstmals verfügt der Tricity 300 über eine 6-Achs-IMU, die ein schräglagensensibles ABS ermöglicht – das Bremssystem analysiert nun kontinuierlich die Neigungsphysik und passt die Regelung bei Kurvenbremsungen entsprechend an.

Das bisherige LC-Display wird durch ein Dual-Display-Cockpit ersetzt: ein 4,2-Zoll-TFT-Farbdisplay kombiniert mit einem LC-Segment für wichtige Basisinformationen. Garmin-Navigation ist integriert, Smartphone-Konnektivität ebenfalls. Neu hinzu kommt das Emergency Stop Signal (ESS): Bei Notbremsungen blinken automatisch alle Blinker, um den nachfolgenden Verkehr zu warnen.

Optisch tritt der Tricity 300 2026 selbstbewusster auf als seine Vorgänger: Die Front wurde vollständig überarbeitet mit einer dreifachen LED-Positionsleuchte, neuer horizontaler LED-Rückleuchte und überarbeiteten Seitenverkleidungen in schärferer Linienführung. Der Motor erfüllt jetzt Euro 5+; ein neuer Schalldämpfer ist um 800 Gramm leichter. Das Standing Assist System – Neigesperre bei unter 10 km/h und geschlossenem Gas – bleibt an Bord und sorgt für sicheren Stand ohne Abstützen.

Motor: 292 cm³ Blue Core, 28 PS, 29 Nm – entspannt im Alltag, 126 km/h, Reichweite ca. 390 km

Der bewährte Blue-Core-Einzylinder mit 292 cm³ bleibt technisch unverändert. 28 PS bei 7.250/min und 29 Nm – damit ist der Tricity 300 kein Sprinter, aber ein standfester Pendler. Er bietet gleichmäßige Leistung statt Sprintqualitäten. Die Vmax liegt bei ca. 126 km/h. Kurzausflüge auf der Autobahn sind möglich, Dauerbetrieb bei Richtgeschwindigkeit ist grenzwertig. Im Stadtverkehr hingegen – dem eigentlichen Revier des Tricity – läuft das CVT-Automatikgetriebe flüssig und leise. Offizieller Verbrauch: 3,3 l/100 km; mit 13 Litern Tank ergibt das eine Reichweite von ca. 390 Kilometern.

LMW-Neigetechnik, Kurven-ABS, UBS, TCS: Das sicherste Bremssystem, das der Tricity je hatte

Die LMW-Neigetechnik (Leaning Multi Wheel) mit zwei unabhängigen Teleskopgabeln pro Vorderrad und 470 mm Spurbreite war schon bisher das Kernargument des Tricity. 2026 kommt das neu entwickelte Kurven-ABS hinzu, das über die 6-Achs-IMU die Schräglagensituation analysiert und die Bremsregelung entsprechend anpasst. Alle drei Räder haben jeweils eine 267-mm-Scheibenbremse; das UBS (Unified Brake System) verteilt die Bremskraft automatisch auf alle drei Scheiben, wenn Hinter- oder alle Bremsen betätigt werden.

Die TCS (Traktionskontrolle) ergänzt das Sicherheitspaket. Im Stillstand hält das Standing Assist System das Fahrzeug aufrecht – kein Abstützen nötig, für Umsteiger aus dem Auto ein echter Komfortgewinn.

Ergonomie: Großzügig, komfortabel, mit kleinen Kritikpunkten – 45-Liter-Staufach für zwei Integralhelme

795 mm Sitzhöhe klingt hoch, ist aber durch das Standing Assist System kein Balanceproblem: Das Fahrzeug steht selbsttätig, man steigt aus ohne Abstützen. Die Sitzbank ist geräumig und bietet für Fahrer und Beifahrer viel Platz. Kleinere Kritikpunkte: Der Lenker liegt für manche eine Spur zu tief, das Trittbrett ist für Langbeinige etwas zu hoch. Das Windschild bietet guten Schutz, ist aber für einige Körpergrößen zu hoch.

Das Staufach unter der Sitzbank fasst 45 Liter – zwei Integralhelme passen hinein, was für einen Stadtroller außergewöhnlich ist. Das schlüssellose Transponder-System sperrt Zündung, Lenkschloss und Sitzbank per Knopfdruck auf. Die Garmin-Navigation ist 2026 neu integriert; Smartphone-Konnektivität ebenfalls. Ein USB-Anschluss ist an Bord. Wer die Airbag-Version ordert, verliert das vordere zentrale Staufach, behält aber das große Fach unter der Sitzbank.

Kosten: 9.999 Euro Standard, 10.799 Euro Airbag – teurer als der MP3 310, aber klar günstiger als der MP3 530

9.999 Euro für das Standardmodell sind mehr als frühere Jahrgänge – das MY2026-Update mit Kurven-ABS, Dual-Display und neuem Design rechtfertigt den Preissprung zum Vorgänger. Der Aufpreis von 800 Euro für den Airbag ist in Relation zu vergleichbaren Sicherheitsausstattungen in der Automobilwelt sehr moderat. Yamaha gibt für beide Versionen 5 Jahre Garantie.

Einordnung im Segment: Der Piaggio MP3 310 kostet 8.099 Euro – er ist wendiger und günstiger, hat aber kein Kurven-ABS, keinen Airbag und kein TFT-Display. Der Piaggio MP3 530 Exclusive liegt bei 13.699 Euro und hat ARAS, Rückfahrkamera und 44 PS. Der Tricity 300 sitzt preislich dazwischen und positioniert sich über Sicherheitstechnik: Kurven-ABS und optionaler Airbag sind sein 2026er Alleinstellungsmerkmal.

Fazit

Yamaha hat den Tricity 300 2026 konsequent in Richtung seiner Kundschaft weiterentwickelt: Autofahrer, die auf drei Räder umsteigen und keine Abstriche bei der passiven Sicherheit machen wollen. Der optionale Airbag ist eine Weltpremiere und dürfte mittelfristig Maßstäbe setzen. Kurven-ABS, Garmin-Navigation und das neue Design machen aus einem soliden Pendler einen ernsthaften Alltagsbegleiter. Wer unter 9.999 Euro bleiben will, greift zum Piaggio MP3 310. Wer bereit ist, 10.799 Euro zu investieren, bekommt mit der Airbag-Version den technisch fortschrittlichsten Dreirad-Roller dieser Preisklasse.

 

Kurzcheck

 

+ Weltpremiere Fahrerairbag (optional, +800 Euro): erster Serien-Roller der Welt mit integriertem Luftsack; entwickelt mit Autoliv

+ Kurven-ABS via 6-Achs-IMU: MY2026-Neuheit; schräglagensensibel; Weltpremiere in dieser Fahrzeugklasse

+ UBS + TCS serienmäßig: 3×267 mm-Scheibenbremsen an allen drei Rädern; optimierte Bremskraftverteilung

+ Standing Assist System: Neigesperre unter 10 km/h – Fahrzeug steht selbst; kein Abstützen nötig

+ Dual-Display-Cockpit neu 2026: 4,2-Zoll-TFT + LC; Garmin-Navigation integriert; Smartphone-Konnektivität

+ Emergency Stop Signal (ESS): automatisches Blinken bei Notbremsung; warnt nachfolgenden Verkehr

+ 45 Liter Staufach: Platz für zwei Integralhelme – Klassenmaßstab im Dreirad-Rollersegment

+ Euro 5+, 800 g leichterer Schalldämpfer, 3,3 l/100 km; ca. 390 km Reichweite

+ B-Führerschein: kein A-Schein nötig; 470 mm Spurbreite sichert L5e-Zulassung

+ 5 Jahre Garantie serienmäßig auf beide Versionen

+ Neues Design 2026: schärfere Front, Dreifach-LED-Tagfahrlicht, neues Rücklicht – deutlich zeitgemäßer

 

Airbag-Version verliert vorderes Staufach: Bauraum wird durch Airbag belegt; nur Hauptfach (45 l) bleibt

Airbag-Einschränkung: kann bei bestimmten Kollisionswinkeln oder unter größeren Fahrzeugen nicht auslösen (Yamaha-Hinweis)

126 km/h Vmax; Autobahn-Dauerbetrieb grenzwertig

Windschild nicht höhenverstellbar; für manche Körpergrößen zu hoch

Lenker etwas zu tief, Trittbrett für Langbeinige etwas zu hoch

9.999 Euro: teurer als Piaggio MP3 310 (8.099 Euro); ohne ARAS, Rückfahrkamera, Rückwärtsgang des MP3 530 Excusive

Fußbremspedal (B-Führerschein-Pflicht) kaum benutzbar – gut integriert, aber physiognomisch unbefriedigend

 

 

Technische Daten: Yamaha Tricity 300 (MY2026)

 

Marke / Modell: Yamaha Tricity 300; seit 2020; MY2026 umfassend überarbeitet; Markteinführung Mai 2026

Motor: Einzylinder SOHC 4-Takt flüssigkeitsgekühlt, 292 cm³, Blue Core; Einspritzung; CVT-Automatik; Euro 5+

Leistung: 28 PS (20,6 kW) bei 7.250/min

Drehmoment: 29 Nm

Höchstgeschwindigkeit: ca. 126 km/h

Vorderachse: LMW-Neigetechnik: 2 unabhängige Teleskopgabeln; 470 mm Spurbreite; 14-Zoll-Räder

Bremsen: 3×267 mm Scheibenbremsen (alle drei Räder); Kurven-ABS via 6-Achs-IMU (MY2026 neu); UBS; TCS

Airbag (Option): Fahrerairbag +800 Euro; entwickelt mit Autoliv; in vorderer Verkleidung integriert; nur bei Frontalkollision; ESS serienmäßig

MY2026-Neuheiten: 6-Achs-IMU + Kurven-ABS; Airbag-Option; Dual-Display (4,2-Zoll-TFT + LC); Garmin-Navigation; ESS; Euro 5+; –800 g Schalldämpfer; neues Design

Cockpit: 4,2-Zoll-TFT + LC-Display kombiniert; Garmin Street Cross Navigation; Smartphone-Konnektivität; USB

Standing Assist: Neigesperre bei <10 km/h und geschlossenem Gas; Fahrzeug steht selbst, kein Abstützen nötig

Schlüsselsystem: Schlüsselloses Transponder-System; entsperrt Zündung, Lenkschloss, Sitzbank

Reifen: 120/70-14 vorne / 140/70-14 hinten; Dunlop Scootsmart

Stauraum: 45 l unter Sitzbank (2 Integralhelme); Airbag-Version: kein vorderes Staufach

Ergonomie: Aufrecht; 795 mm Sitzhöhe; Sitzbank komfortabel; Windschild nicht verstellbar

Gewicht: 242 kg vollgetankt

Radstand: 1.595 mm

Tank: 13 Liter; Reichweite ca. 390 km

Verbrauch: 3,3 l/100 km

Zulassung: L5e; B-Führerschein: vor 19.1.2013 direkt; ab 19.1.2013 ab 21 Jahren

Garantie: 5 Jahre; beide Versionen

Farben 2026: Milky White; Zen Green; Power Grey

Preis (D): 9.999 Euro (Standard, ohne Airbag) / 10.799 Euro (Airbag-Version); inkl. 5 Jahre Garantie